350 Entschädigungs-Anträge nach Bahnunfall

Infrabel, der Betreiber der Infrastruktur der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, hat bisher 350 Anträge auf Schadensersatz von Anwohnern erhalten, die nach dem Zugunfall in Godinne ihre Wohnungen nicht mehr betreten durften.

In Godinne an der Bahnlinie zwischen Namür und Dinant (Provinz Namür) waren vor 10 Tagen zwei Güterzüge auf einem eingleisigen Abschnitt zusammengestoßen. Dabei wurden auch einige Tankwagen, die giftige chemische Produkte transportierten, beschädigt. Im Zuge des daraufhin ausgerufenen Katastrophenalarms mussten etwa 300 Häuser und Wohnungen evakuiert werden. Den Bewohnern wurde während fünf Tagen das Betreten ihres Zuhauses verwehrt.

Schon letzte Woche sprach man bei Infrabel davon, den derart Geschädigten, einen Schadensersatz in Höhe von 500 € pro Person zukommen zu lassen. Doch soll diese Summe bis zum Montag noch nicht definitiv festgelegt sein. Inzwischen haben allerdings 350 Betroffene Antrag auf eine solche Entschädigung eingereicht. Anwohner, die der Ansicht sind, dass ihr erlittener Schaden höher liegt, können einen weiteren Antrag auf zusätzliche Entschädigung einreichen, wie bei Infrabel verlautete.

Am Montag wurde die letzte der beiden beschädigten Lokomotiven von den Gleisen gehoben. Danach müssen noch umfangreiche Reparaturen an den Gleisen erfolgen. Bislang ist die Bahnstrecke zwischen Dinant und Namür durch diesen Unfall vollständig gesperrt. Die Reisezüge wurden durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt. Die internationalen Güterzüge von und nach Frankreich werden weiträumig umgeleitet.