Eternit muss einen Sportplatz sanieren

Asbestproduzent Eternit muss in Kapelle-op-den-Bos (Flämisch-Brabant) einen Sportplatz sanieren. Das Terrain hatte früher als Lagerplatz für asbestkontaminierte Produktionsabfälle gedient. Nach Ansicht der Umweltbehörde besteht keine Gefahr für die Gesundheit.

Die flämische Behörde für Umwelt und Abfallentsorgung OVAM hat auf dem Gelände eine Kontaminierung von 50 Milligramm Asbest pro Kilo Erde gemessen, gibt aber an, dass dies keine Gefahr für die Gesundheit der Anwohner oder der Sportler darstelle.

Und doch ordnete die Behörde die Sanierung des Sportplatzes von Kapelle-op-den-Bos an. Schließlich liegt dieser Wert um ein Fünffaches höher, als der zugelassene Wert. Auf der früheren Müllkippe von Eternit in Kapelle-op-den-Bos entstand im Laufe der Jahre ein Sportplatz mit Sporthalle und mehreren Fußballfeldern. Eternit muss den Boden des Gelände entweder komplett sanieren, verhärten oder den Sportplatz schließen.

Im Oktober des vergangenen Jahres hatte ein Anwohner, der in der Nähe des Eternit-Werks wohnt und der in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis mehrere Menschen mit Krebs hatte, die OVAM auf einen mit Asbestresten völlig belasteten Bach hingewiesen. Daraufhin kontrollierte die Behörde das gesamte Gelände im Umfeld der Fabrik und stellte die Kontaminierung des Sportplatzes fest.

Kein Problem, oder doch?

Ein Sprecher der Landesbehörde gab an, dass man das Unternehmen dazu aufgefordert habe, konstant Messungen durchzuführen und die betroffenen Gelände zu sanieren oder den Zugang dorthin zu versperren. Man wolle sicher sein, dass keine Asbestpartikel, mögen sie auch noch so klein sein, die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen kann. Aber, so unproblematisch, wie OVAM die Sache schildert, ist sie nicht.

Im März musste ein Teilbereich einer Schule in Kapelle-op-den-Bos geschlossen werden, da man in einem Waldstück in unmittelbar Nähe des Instituts Restmengen von Asbestabfall gefunden hatte. Dieses Material kam von Bodenbohrungen, die auf dem offensichtlich kontaminierten Firmengelände durchgeführt worden waren.