OECD rät zur Reform der Lohnindexierung

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rät zur Reform der automatischen Lohnindexierung, also zur Reform der automatischen Angleichung der Löhne und Sozialleistungen an die gestiegenen Lebenshaltungskosten in unserem Land. Das System behindere die Konkurrenzfähigkeit, heißt es. Außerdem geht die OECD davon aus, dass die Wirtschaft in der Eurozone um 0,1 % schrumpfen wird.

Im jüngsten Bericht der OECD steht, dass Belgien die automatische Lohnindexierung reformieren müsse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu bewahren.

Die Organisation betont, dass die Inflation hierzulande aufgrund der gestiegenen Energiepreise weiterhin hoch sei. Die Sozialpartner hätten vereinbart, dass die Löhne nicht stark steigen dürften, aber aufgrund der automatischen Lohnindexierung und der hohen Inflation seien die Lohnkosten gestiegen und das beeinträchtige die Konkurrenzfähigkeit, heißt es.

Verschiedene politische Parteien haben sich bereits für eine Reform des Index ausgesprochen. Die französischen Sozialisten PS, also die Partei von Premier Elio Di Rupo, will jedoch nicht, dass am Index gerüttelt wird.

Wirtschaftsrezession um 0,1 %

Die OECD rechnet damit, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 0,1 Prozent schrumpfen wird. Die Krise der Eurozone könnte die Erholung der Weltwirtschaft ernsthaft gefährden, heißt es. "Die Krise in der Eurozone bleibt das größte Abwärtsrisiko."

Im November hatte die OECD noch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent in der Eurozone vorhergesehen. Die Organisation rechnet mit einer Rezession unter anderem in Griechenland (-5,3 Prozent), in Italien (-1,7 Prozent) und in Spanien (-1,6 Prozent). Auch im nächsten Jahr werde die Wirtschaft in diesen Ländern noch rückläufig sein.

Deutschland, die größte Wirtschaft der Eurozone, werde in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1 Prozent erfahren und 1,9 Prozent im nächsten Jahr. Für Belgien werden +0,4 und +1,3 Prozent genannt.

Weltweit geht die OECD von einem Wachstum in diesem Jahr von 3,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus.