Sozialbetrug für über 111 Mio. € festgestellt

Die belgische Sozialinspektion hat 2011 Sozialbetrug in Höhe von 111 Millionen € feststellen müssen. Nach Ansicht der Wirtschaftszeitung De Tijd ist dies ein Rekord. Seit einiger Zeit arbeitet die Sozialinspektion in diesem Bereich enger mit der Bundespolizei zusammen.

Der Sozialbetrug in Belgien ist seit Jahren ein Problem. Im vergangenen Jahr konnten Betrugsfälle in Höhe von 111 Millionen € festgestellt werden. Dies ist ein neuer Rekord. Dass Sozialbetrug in diesem Umfang auffliegen konnte, hat unter anderem die Tatsache als Grund, dass die belgische Sozialinspektion in dieser Hinsicht seit einiger Zeit enger mit der Bundespolizei kooperiert.

So kann organisierter Sozialbetrug, der oftmals über ausländische Scheinfirmen läuft, besser bekämpft werden, wie Jean-Claude Heirman vom sozialen Ermittlungsdienst am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: "Vor allem geht es hier um Ausländer, die nach Belgien kommen und keine Rechte haben. Wenn sie soziale Rechte haben, die den zuständigen Ämtern gemeldet werden - kein Problem. Doch um sich dort anzumelden, sind Gebühren und Abgaben fällig, ohne die man im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit leer ausgeht.“

Große Probleme mussten die Sozialinspektoren einmal mehr in den Bereichen Bauwirtschaft und im Reinigungssektor feststellen. Hier werden nach wie vor viele illegal in Belgien lebende Ausländer schwarz beschäftigt. Oftmals werden diese Vorgänge über Scheinfirmen abgewickelt. Ein weiteres Problem ist Steuer- oder Abgabenflucht in Länder, in denen "günstigere“ Bedingungen herrschen, wie z.B. in Luxemburg. Dies funktioniert auch über Schein- und Briefkastenfirmen.