Mehr Schilddrüsenkrebs in Wallonien und Brüssel

Wallonien und Brüssel zählen doppelt so viele Fälle von Schilddrüsenkrebs wie Flandern. Laut Gesundheitsamt, das die regionalen Unterschiede untersucht, hängt dies möglicherweise mit der größeren Zahl der Operationen in Wallonien und Brüssel zusammen, wodurch die Chirurgen häufiger einen Tumor in frühem Stadium erkennen.

Das Schilddrüsenkarzinom ist eher selten. In Belgien erkranken jedes Jahr knapp 660 Menschen neu an Schilddrüsenkrebs. Belgien liegt damit im europäischen Durchschnitt.

Zwischen den belgischen Regionen sind die Unterschiede jedoch groß: "6,7 Fälle auf 100.000 Patienten im Jahr in Wallonien und Brüssel gegenüber 3,3 Fälle in Flandern.

Die Forscher haben festgestellt, dass im Falle einer Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten in Brüssel und Wallonien mehr Operationen durchgeführt werden als in Flandern.

Auf diese Art und Weise ist die Chance größer, dass auch kleine und sehr kleine Tumore zufällig entdeckt werden. "Das könnte eine Erklärung für den regionalen Unterschied sein.' Dafür müssten die Untersuchungen aber noch tiefer gehen", heißt es.

In Wallonien und Brüssel werden übrigens 30 bis 40 Prozent mehr NMR-Tomographien, Pet-Scans und Echographien von Hals und Halsschlagadern durchgeführt. In Flandern wird in einer ersten Phase eher die Technik der feinen Nadel angewandt.

Das Gesundheitsamt plädiert für eine allgemeinere Applikation internationaler Richtlinien wie die Untersuchung mit der feinen Nadel. Dies würde die regionalen Unterschiede stark vermindern und dafür sorgen, dass wertvolle voroperative Techniken häufer angewandt werden.

Bei einer Früherkennung von Schilddrüsenkrebs liegt die Überlebenschance nach 5 Jahren bei etwa 91 Prozent.