Antwerpen: Geld für Schulen statt für Stadion

Die Stadt Antwerpen wird einen Zuschuss über 14 Millionen €, der eigentlich für den Bau eines neuen Stadions für die beiden großen Vereine der Scheldemetropole vorgesehen war, umschichten und in Schulen und Kleinkindbetreuung investieren.
Das Rathaus von Antwerpen

Am Freitag hat der Antwerpener Stadtrat beschlossen, 14 Millionen €, die eigentlich für den Bau eines neuen Fußballstadions für die Scheldemetropole vorgesehen war, umzuschichten, um in das kommunale Bildungswesen zu investieren. Mit dem Geld sollen neue Schulen gebaut werden und man will die Kinder- und die Kleinkindbetreuung weiter ausbauen.

Das Vorhaben fand die Zustimmung aller Parteien im Antwerpener Stadtrat, außer von Seiten der nationaldemokratischen N-VA. Die N-VA bedauerte, dass die kommende Mehrheit nach dem Kommunalwahlen im Oktober 2012 kein Geld im Haushalt mehr freihaben werde, um das geplante Stadion doch noch zu bauen. Doch Bürgermeister Patrick Janssens (SP.A - Foto) hat dafür eine Lösung parat. Die flämische Landesregierung werde 70 % des in das Schulwesen investierten Geldes zurückerstatten:

"Eigentlich strecken wir dieses Geld Flandern vor. Damit haben wir die Garantie, dass das Geld auch wirklich in Antwerpen bleibt. Würden wir nicht so vorgehen, würden wir Gefahr laufen, dass diese Finanzmittel nicht nach Antwerpen fließen und dann würde das Geld für die Schulen auch erst im kommenden Jahr freigemacht. Dadurch müssten wir den Schulbau wieder übers Knie brechen. Ich bin der Ansicht, dass wir das nicht tun sollten, denn schon jetzt haben viele Eltern hier das Gefühl, dass wir ihnen keinen Raum für Schulen und keinen Raum für Schulen nach ihren Wunsch geben.“

In erster Instanz wird Antwerpen jetzt zwei Kindertagesstätten und zwei Kindergärten bauen lassen.