Thomas de Gendt gewinnt am Stiftserjoch

Es ist eine Sensation: Der belgische Radprofi Thomas de Gendt (VacanSoleil) hat die Königsetappe der Giro d’Italia gewonnen. Er bezwang auf bemerkenswert starke Weise den Gipfel des berüchtigten Stelvio, zu Deutsch Stiftserjoch, und brachte damit die Favoriten aus dem Sattel.

Thomas de Gendt von der niederländischen VacanSoleil-Mannschaft hat am Samstag im Alleingang das berühmt-berüchtigte Stiftserjoch im Zuge der 20. Etappe der Giro bezwungen und war damit 56 Sekunden schneller als Damiano Cunego. Damit hatten die großen Favoriten auf den Gesamtsieg der Italienrundfahrt nicht gerechnet.

Nun müssen Joaquim Rodriguez, Ryder Hesjesdal, Ivan Basso und Michele Scarponi den Belgier im gefürchteten Zeitfahren am Sonntag besiegen. Und dabei ist Thomas de Gendt ein glänzender Zeitfahrer… Thomas de Gendt gehörte zu einer Ausbrechergruppe, doch am Fuße des Anstiegs ließ er seine Mitstreiter hinter sich und machte sich alleine auf den Weg, den 2725 m hohen Stelvio zu bezwingen. Zeitweise fuhr er so schnell, dass er virtuell das Rosa Trikot des Gesamtführenden trug. Wenn der 25jährige Belgier aus Sint-Niklaas die Giro gewinnen will, dann muss er am Sonntag 2:18 auf den Spanier Joaquim Rodriguez gutmachen.

Ein weiterer Favorit für den Gesamtsieg ist auch der Kanadier Ryder Hesjesdal, der ebenfalls ein guter Zeitfahrer ist. De Gendt müsste in Mailand auf dem 30 km-Rundkurs auf ihn 1:47 herausfahren, was allerdings schwer werden würde. Die Italiener Basso und Scarponi sind durch ihre Fehleinschätzung am Stiftserjoch vom Gesamtsieg weit entfernt, wenn nicht sogar ausgezählt. Gesamtdritter kann Thomas de Gendt in Italien auf jeden Fall werden. Vierter ist er schon… und Geschichte für die belgischen Radsportanalen hat er auch geschrieben.