Wieder Probleme auf der Unfallstrecke?

Die Autonome Lokführergewerkschaft hat angedroht, ihre Mitglieder ab dem 1. Juli keine Züge auf der Bahnlinie Namür-Dinant fahren zu lassen. Dort waren am 11. Mai zwei Güterzüge kollidiert. Nach Ansicht der Gewerkschaft ist die Sicherheit dort weiterhin nicht gewährleistet.

Am 11. Mai waren auf der Bahnstrecke zwischen Namür und Dinant unweit des Bahnhofs von Godinne zwei Güterzüge auf einem eingleisigen Abschnitt zusammengestoßen. Dabei mussten weite Teile der Ortschaft evakuiert werden, da aus einem verunfallten Kesselwagen ein giftiges chemisches Produkt ausgelaufen war.

Derzeit analysiert Infrabel, der Gleisnetzbetreiber der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, den Unfallhergang. Doch die Autonome Lokführergewerkschaft (ASTB-SACT) geht schon jetzt davon aus, dass die Ursache für die Kollision an einer fehlerhaften Signalisierung auf der Strecke liegt, was gerüchteweise schon die Runde gemacht hatte. Und, so die Gewerkschaft - die übrigens von der allgemeinen Front der Eisenbahngewerkschaften und von der Bahngesellschaft nicht anerkannt ist, habe sich vor zwei Tagen ein ähnliches Problem gezeigt.

Doch das stimmt so nicht, sagte Frédéric Petit, der Sprecher von Infrabel am Sonntagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: "Vorgestern haben sich am Nachmittag zwei bahnexterne Stromunterbrechungen ereignet, die zur Folge hatten, dass der Zugverkehr zweimal unterbrochen wurde, weil wird dadurch keine Kontrolle über die Bedienung von Signalen und Weichen hatten. Die normale Vorgehensweise ist in einem solchen Fall, dass wir den Zugverkehr vollständig unterbrechen. Das hat absolut nichts mit nicht-funktionierenden Signalen zu tun. Im Gegenteil. Zudem war das einfach ein externer Stromausfall.“