Kinderarmut in reichen Ländern gestiegen

Das Kinderhilfswerk UNICEF hat einen Vergleich über die Kinderarmut in reichen Ländern aufgestellt. Allein in der Europäischen Union leben 13 Millionen Kinder in Armut, in Belgien ist jedes zehnte Kind betroffen.

Während in der Politik über strengere Sparmaßnahmen diskutiert wird, verweist das Kinderhilfswerk UNICEF auf die gestiegene Anzahl Kinder, denen es an einer Grundversorgung fehlt. Allein in der Europäischen Union sind 13 Millionen Kinder von Armut betroffen. In den untersuchten 35 industrialisierten Ländern handelt es sich um insgesamt 30 Millionen benachteiligte Kinder.

"Die Zahlen machen deutlich, dass zu viele Kinder ohne die nötige Grundversorgung auskommen müssen. Und das in Ländern, die eigentlich finanzielle Möglichkeiten besitzen, um Kinderarmut zu verhindern“, sagt Alexander Gordon, der Direktor des Untersuchungsbüro der UNICEF. "Unsere Studie zeigt aber auch, dass in Ländern mit einem guten Sozialsicherheitssystem besonders wenige Kinder unter schlechten Bedingungen leben.“

Bei der Untersuchung wird nicht nur das Einkommen der Eltern, sondern auch die allgemeinen Lebensumstände des Kindes berücksichtigt. Kindern, die in Armut leben, mangelt es an den grundlegenden Mitteln. Täglich 3 Mahlzeiten einnehmen, regelmäßig Obst und Gemüse essen, stets wetterangepasste Kleidung und Schuhe tragen oder an Klassenfahrten teilnehmen, das sind Dinge, die zu der Grundversorgung eines Kindes gehören. In älteren Familien, in Familien mit arbeitslosen Eltern und in Migrantenfamilien wird die Versorgung der Kinder häufiger missachtet.

Im Vergleich zu den Niederlanden ist die Anzahl von Fällen der Kinderarmut in Belgien besonders hoch. Das liegt vor allem an den kinderreichen Migrantenfamilien. In Belgien liegt diese Zahl bei 30 % aller Kinder, in den Niederlanden handelt es sich lediglich um 11 %. Das erklärt Chris de Neubourg von UNICEF: "Wenn in Belgien alle Kinder mit Migrationshintergrund im Schnitt so gut versorgt werden würden wie die belgischen Kinder, dann würde Belgien bald zu einem der Top-Länder der Untersuchung gehören“.

Seit der letzten Studie von UNICEF im Jahre 2009 hat sich die Zahl der armen Kinder in reichen Ländern bloß verschlechtert. Darum ist es nun Aufgabe der Politik, bei Beschlüssen immer auch das Wohlbefinden der Kinder zu berücksichtigen.