Nutzen Zeitarbeitsfirmen junge Leute aus?

Mitglieder der christlichen Jugendbewegung KAJ in Flandern beklagen sich darüber, dass Zeitarbeitsfirmen junge Leute ausbeuten. So sollen nicht wenige seit Jahren mit Tagesverträgen und geringen Gehältern arbeiten.

Sam Devos, ein 23 Jahre alter junger Mann aus Ostende, sucht seit sechs Jahren einen festen Job. Er ist gelernter Industrieschweißer und arbeitet über eine Zeitarbeitsfirma, doch eigentlich lebt er seit sechs Jahren auch in Armut. Er und mehrere andere gleichermaßen betroffene junge Leute machten ihrem Ärger in Internet Luft und ihre Klagen wurden von den beiden flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad aufgegriffen.

Nach vielen Enttäuschungen und von Zeitarbeitsfirmen regelrecht vergeigten Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen sammelten die jungen Leute ihre negativen Erfahrungen. Unter den Strich entstehen die meisten Probleme offenbar durch eine sehr schlechte Kommunikation zwischen den Bewerbern und den Zeitarbeitsbüros. Andererseits fühlen sich auch viele junge Arbeitssuchende von den Anbietern auf illegale Weise ausgenutzt. Schlechte Verträge, Bewerbungen nach Aussehen, schlampige Verwaltung durch die Zeitarbeitsfirmen und anderes runden die Klagen ab.

So beklagt sich Sam Devos, dass er seit sechs Jahren lediglich mit Tagesverträgen arbeite und nie wisse, ob er anderntags Geld verdienen werde. So muss der junge Schweißer mit Freundin und zwei Kindern weiter bei seinen Eltern wohnen, denn schon die Miete für eine eigene Mietwohnung sei auf diese Weise nicht zu finanzieren. Federgon, der Dachverband der belgischen Zeitarbeitsfirmen, hat mit den klagenden Jugendlichen gesprochen und erkennt das Problem der ungesetzlichen Tagesverträge. Von dort aus sind die Klagen der jungen Laute an den Nationalen Arbeitsrat in Brüssel weitergeleitet worden.