Belgien verliert im Wettbewerbs-Ranking

Die belgische Wirtschaft ist im Wettbewerbs-Ranking um zwei Plätze gesunken und steht derzeit an 25. Stelle von 59 Ländern, wie aus dem Bericht des Schweizer Management-Instituts IMB ersichtlich ist. Hoher Steuerdruck und eine Schieflage bei den Staatsfinanzen sorgen für schlechtere Punkte.

In einigen Bereichen schneidet Belgien gut bis sehr gut ab, zum Beispiel bei den ausländischen Investitionen, wo unser Land an 5. Stelle steht oder im Bereich Bildung und Unterricht, derzeit auf Platz 8. Ein 11. Rang in Sachen internationaler Handel ist sicher auch nicht schlecht.

Schlecht bestellt ist es in Belgien nach Ansicht des Schweizer Management-Instituts IMB allerdings bei den öffentlichen Finanzen (Rang 58) und im Bereich Arbeitsmarkt (Rang 49). In den Augen des belgischen Unternehmerverbandes VBO ist ein Rückgang in einer solchen Wertung auf internationaler Ebene keine gute Sache, sind solche Rankings doch oft ausschlaggebend für eine Investitions-Entscheidung zu Gunsten oder gegen ein Land.

Der VBO will die Konkurrenzfähigkeit Belgiens denn auch in nächster Zukunft zur obersten Priorität machen.

Was die steuerliche Ebene betrifft, gibt es derzeit keinen Grund zum Jubeln, denn die Voraussichten des föderalen belgischen Planungsbüros lassen noch dieses Jahr auf einen noch höheren Steuerdruck in unserem Land ausblicken. Dort ist die Rede von einem Steuerdruck von bis zu 45 % auf das Brutto-Inlandprodukt. Auch die staatlichen Ausgaben steigen demnach im Vergleich zu den geplanten Einnahmen zu schnell.

Gerade in dieser Hinsicht ist in den Augen des belgischen Unternehmerverbandes noch viel zu tun. Der VBO fordert von der belgischen Bundesregierung eine pro-aktivere Haltung im Hinblick auf die Umsetzung von großen wirtschaftlichen oder industriellen Projekten.

Hongkong vorne

Spitzenreiter in Sachen Wettbewerbsfähigkeit ist laut IMB-Ranking derzeit Hongkong, gefolgt von den USA, der Schweiz, Singapur und Schweden. Deutschland ist 9., die Niederlande 11. und Frankreich bleibt auf dem 29. Rang.

Von der Eurokrise scheint das IMB-Ranking nicht besonders beeindruckt zu sein. So verlieren Spanien, Portugal und Griechenland zwar an Terrain, doch Italien und Irland steigen nach oben.

Auffallend ist im diesjährigen Ranking auch, dass die so genannten "BRIC-Länder“ (Brasilien, Russland, Indien und China)  sinken. Hier macht nur Russland einen bescheidenen Sprung um zwei Stellen auf jetzt Platz 48.