Das Mega-Projekt Uplace bleibt umstritten

Die flämische Umweltministerin Joke Schauvliege von der christlich-demokratischen Partei CD&V hat dem Projekt des großen Einkaufszentrum "Uplace“ eine Baugenehmigung erteilt. Es geht hier um die alleinige Entscheidung der Ministerin, so die flämische Regierung.

Bei dem Projekt "Uplace“ handelt es sich um ein riesiges Einkaufszentrum, das in Nähe der Überführung von Vilvoorde gebaut werden soll. Das Gebäude soll Büros, ein Hotel, ein Kino und einen Veranstaltungssaal enthalten. Daneben zahlreiche Geschäfte, Supermärkte und gastronomische Einrichtungen.

Joke Schauvliege (Foto), die flämische Umweltministerin von der CD&V, die der Baugenehmigung für das Einkaufszentrum Uplace zugestimmt hatte, steht hinter ihrer Entscheidung. Zwar nimmt sie auch negative Reaktionen von Seiten der flämischen Regierung zur Kenntnis, ist aber von einer allgemeinen Zustimmung ihrer Regierung überzeugt. "Ich bewege mich mit meiner Entscheidung keinesfalls auf dünnem Eis. Mein Beschluss basiert auf einer objektiven Analyse der Begebenheiten und gründlicher Beratungen. Dabei musste ich von jeglichen Emotionen Abstand halten, nur so konnte ich die richtige Entscheidung treffen.“

25.000 Besucher soll Uplace täglich anziehen, da stellt sich die Frage, ob das Verkehrsnetz um das geplante Shoppingcenter mit dem zusätzlichen Verkehr nicht vollkommen überfordert sei. Eine von Schauvliege festgelegte Voraussetzung soll dies vermeiden: Neben dem Einsatz von Steuergeldern zur Finanzierung der Sanierung des Baugeländes, soll das Verkehrsnetz mit einem Beitrag von Uplace von 12 Millionen Euro in der betroffenen Region ausgebaut werden.

Alexander de Croo, Vorsitzender der flämischen Liberalen Open Vld ist von dem Bauvorhaben überzeugt: "Klar gibt es Probleme mit dem Verkehrsnetz, aber die sollen das geplante Projekt nicht behindern. Wenn wir die Mobilität verbessern, werden Unternehmer wie Uplace endlich nicht mehr eingeschränkt“.

Der Unternehmer von Uplace, Bart Verhaeghe, ist über die Zustimmung der Umweltministerin sehr glücklich. "Wir vertrauen nun auf die tatsächliche Umsetzung unseres Projektes im Laufe des Jahres 2013“, kündigt er an. Auch dem Bürgermeister von Machelen Jean-Pierre de Groef von der sozialistischen Partei SP.A kann der Bau von Uplace nicht schnell genug gehen. Er argumentiert, dass dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die die Zahl der geringqualifizierten Arbeitslosen der Gemeinde senken kann. Dabei ist von 3.000 neuen Stellen die Rede.

Händler der umliegenden Städte, wie auch die Gemeinden Vilvoorde und Leuven sind gegen das Projekt: Sie bangen vor allem um ihre Kunden. Der flämische Bürgermeister von Vilvoorde, Marc van Asch von der christlich-demokratischen Partei CD&V erklärt: "Das große Einkaufszentrum hat einen schlechten Einfluss auf unsere Region. Durch den Bau von Uplace wird der wirtschaftliche Markt in den Stadtzentren stark gefährdet“.

Die flämische Ministerin Ingrid Lieten für Innovation, Öffentliche Investitionen, Medien und Armutsbekämpfung von der sozialistischen Partei SP.A äußert sich gegenüber Uplace sehr kritisch: "Ich bin für ein Flandern, wo es vor allem um das Wohl der Einwohner, um eine gute Lebensqualität und um Mobilität geht“. Der SP.A-Vorsitzende Bruno Tobback erklärt: "Ob die Zustimmung für den Bau von Uplace eine richtige Entscheidung war, ist Interpretationssache“. Er selbst zeigt sich unbeeindruckt: "Die Paläste von Ceausescu waren auch ein großes Projekt für Rumänien, aber die haben die Rumänen keinen Schritt weitergebracht“.

Uplace muss sich zurzeit noch auf heftigen Gegenwind einstellen: Die Mittelstandsorganisation Unizo hat angekündigt beim Staatsrat Berufung einzulegen.

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