Getöteter Kontrolleur: Angeklagter frei

Der Hauptangeklagte im Fall um einen Anfang April in Brüssel getöteten Busfahrers ist vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat entsprechende Zeitungsberichte vom Donnerstagmorgen inzwischen bestätigt.

Anfang April war ein Bus der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB in einem eher harmlosen Unfall verwickelt worden. Ein angetrunkener Autofahrer hatte einen Bus gerammt und einen Bekannten herbeigeholt.

Als ein Kontrolleur der Nahverkehrsgesellschaft den Unfall aufnehmen wollte und entsprechende Fotos anfertigen wollte, rastete der herbeigerufene Freund des Unfallfahrers aus und schlug den MIVB-Mitarbeiter zu Boden. Dieser verstarb noch am Unfallort.

Der Angreifer flüchtete daraufhin, stellte sich jedoch kurze Zeit später der Brüsseler Polizei. Doch die Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft traten danach tagelang in den Ausstand und erst nach intensiven Verhandlungen mit Politik und Arbeitgebern bezüglich der Sicherheit des Fahrpersonals im Brüsseler Nahverkehr wurde der Fahrplan wieder aufgenommen.

Der Täter war bisher in Untersuchungshaft, doch der Brüsseler Untersuchungsrichter ließ den Mann bereits am 22. Mai vorläufig frei. Bis zum Beginn des Prozesses wurde er aus der Haft entlassen, wie die Staatsanwaltschaft zu entsprechenden Zeitungsberichten bekanntgab. Auffallend ist, dass der Anwalt der Kläger - die Familie des Getöteten - von diesem Sachverhalt wussten.