Verschleierte Frau sorgte für Unruhen

Eine verschleierte moslemische Frau, die sich der Kontrolle ihrer Identität durch die Polizei verweigerte, hat am Donnerstag in Molenbeek für Unruhen gesorgt. Die in einen Niqab gehüllte Frau wurde in Gewahrsam genommen und wurde auf der Wache gewalttätig.
Eine zerstörte Bushaltestelle am Tag nach den Unruhen

Nach einem im April 2010 erlassenen belgischem Gesetz ist die vollständige Verschleierung verboten. Trägerinnen von Niqabs und anderen Vollverschleierungen müssen auf Geheiß der Polizei ihre Identität preisgeben, was bedeutet, dass ihr Gesicht mit ihrem Antlitz auf dem Personalausweis verglichen werden kann. Das geschieht dann über eine Polizistin entweder versteckt in einem Polizeiauto oder auf der jeweilig nächstliegenden Wache. Trotzdem muss die Betroffene ein Bußgeld entrichten.

Am späten Donnerstagnachmittag stieß eine Polizeistreife im Brüsseler Stadtteil Molenbeek auf eine verschleierte Frau, die sich beharrlich weigerte, ihre Identität feststellen zu lassen. Daraufhin nahmen die Beamten mit auf die Wache, wo der Wiederstand der Frau, eine zum Islam bekehrte Belgierin, die für solche Vorfälle bereits polizeilich bekannt ist, an Härte zunahm.

Im Laufe der Streitigkeiten wurden drei Polizistinnen verletzt. Eine der beiden erhielt dabei einen Kopfstoß der verschleierten Frau,  wobei sich die Täterin offenbar selbst eine leichte Gehirnerschütterung zuzog, so dass auch sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste, wie einige belgische Medien am Freitag meldeten.

Am frühen Donnerstagabend hatten sich rund hundert über Mobiltelefon oder soziale Netzwerke herbeigerufene Personen vor der Polizeiwache von Sint-Jans-Molenbeek versammelt, um gegen die Vorgehensweise der Polizei gegenüber der Muslima zu protestieren. Dabei versuchten sie mehrmals in die Wache einzudringen.

Massive Polizeipräsenz verhinderte Schlimmeres und sogar ein Polizeihubschrauber drehte seine Runden, offenbar um Krawallmacher zwecke späterer Identifizierung zu filmen. Die Polizei nahm vier junge Hitzköpfe, die später Passanten verbal angegriffen hatten, in Gewahrsam. Zwei von ihnen, ein Minderjähriger und ein junger Erwachsener, wurden mit Pflastersteinen in der Hand erwischt.

Für das Wochenende hat die Gemeindeverwaltung von Molenbeek ein Versammlungsverbot erlassen.