Klagen gegen den Facebook-Börsengang

Bei Dolor, dem Interessenverband der belgischen Kleinanleger, sind bisher rund 200 Klagen von Mitgliedern zum Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook eingegangen. Die meisten Klagen stammen von Belgiern, die sich in dieser Frage hereingelegt fühlen.

Hendrik Boonen von Dolor gab am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zu erkennen, dass der Aufruf seiner Einrichtung eventuelle Klagen zu formulieren, überraschend viele Reaktionen nach sich gezogen haben:

"Wir haben nach unserem bescheidenen Aufruf in der vergangenen Woche direkt Meldung von rund 200 Leuten erhalten, die angaben, Facebook-Aktien gekauft zu haben. Wir haben keine exakten Zahlen, doch aus unseren Informationen schließen wir, dass rund 30.000 Anleger bei Facebook eingestiegen sind. Demnach kann ich mir gut vorstellen, dass ein bestimmtes Potential von unzufriedenen Anlegern vorliegt, die den Schritt niemals unternommen hätten, wenn sie korrekter informiert gewesen wären.“

Dolor verteidigte zuvor bereits belgische Kleinanleger im Verfahren um den Konkurs des Sprachtechnologie-Unternehmens Lernout & Hauspie und bei den Umstrukturierungen der krisengeschüttelten belgischen Banken- und Finanzgruppen Fortis und Dexia. Da sich die Facebook-Aktie im Handel im freien Fall befindet, wird auch in Belgien mit einer sich ausweitenden Klagewelle gerechnet.