Ministerin verschickt "unglückliche" Email

Die Spannungen innerhalb der flämischen Landesregierung reißen nicht ab. Nach dem Streit um die Umweltverträglichkeit eines geplanten Mega-Shoppingcenters in bei Brüssel sorgt jetzt eine Email von Landesministerin Lieten an die falsche Adresse für neuen Zwist.
Dicke Luft in der flämischen Koalition?

Ingrid Lieten (SP.A), flämische Sozialistin und Vizeministerpräsidentin der Landesregierung, ist auch zuständig für Wissenschaft und Forschung sowie Medien und Armutsbekämpfung.

Kurz nach dem Koalitionsstreit zum Mega-Shoppingzentrum Uplace in Machelen im Norden der Hauptstadt Brüssel, gegen das sich die SP.A zum Ärger von Ministerpräsident Kris Peeters und dessen christdemokratischer Partei CD&V ausgesprochen hatte, folgt jetzt ein Disput anlässlich einer internen Email von Ministerin Lieten, die irrtümlicher Weise auch im Postfach des Landeschefs gelandet war.

Lieten bezeichnet Peeters dabei vor dem Uplace-Hintergrund und hinter vorgehaltener Hand als Diktator und auch einige andere christdemokratische Ministerkollegen und -kolleginnen kommen nicht besonders gut weg. Der Vorgang fand bereits am vergangenen Freitag, während einer Ministerratssitzung zum Thema Uplace statt, wurde aber erst am Sonntag publik.

Mittlerweile stellt man sich in Flandern die Frage, ob es sich im vorliegenden Fall, nämlich bei der Tatsache, dass die Affäre überhaupt ans Tageslicht geriet, um eine SP.A-interne Demontage der Ministerin handelt oder ob Ingrid Lieten einfach nur nicht den Umgang mit den neuen Kommunikationsmitteln, wie z.B. dem iPhone beherrscht.

Auf jeden Fall herrscht innerhalb der Koalition auf flämischer Landesebene - CD&V, SP.A und die nationaldemokratische N-VA - ziemlich dicke Luft, auch wenn das offiziell so nicht gesagt wird. Für die Ministerin war dies zudem auch nicht das erste Mal, dass sie Probleme durch eine interne Email aus ihren Kabinett an den falschen Adressaten durchstehen muss.