Elia: Entschädigung für Anwohner

Der Netzbetreiber "Elia“ möchte in der Provinz Ostflandern zwischen Zeebrügge und Zomergem eine neue Hochspannungsleitung bauen. Bewohner, die nahe der geplanten Stromleitungen wohnen, sollen eine entsprechende Entschädigung ausgezahlt bekommen.

Die flämische Regierung hat beschlossen, dass die Hochspannungsleitung zwischen dem ostflämischen Zeebrügge und Zomergem nicht unterirdisch gebaut werden kann. Dafür würden Kosten von 150 Millionen Euro anfallen, doch die sind laut Regierung unbezahlbar. Die 380.000-Volt-Leitung soll den Strom der Windturbinen in der Nordsee in das Inland transportieren. Auf der Strecke zwischen Vivenkapelle und Koolkerke ist eine unterirdische Leitung des Stroms allerdings möglich.

Um die Anwohner der betroffenen Region zu entschädigen, hat die flämische Regierung entsprechende Bedingungen für Elia festgelegt. "Bewohner, deren Haus oder Wohnung sich innerhalb 30 Meter links oder rechts der Hochspannungsleitung befinden, sollen eine Entschädigung erhalten. Entweder, ihnen wird der Wertverlust ihres Hauses ausgezahlt, oder sie verkaufen ihr Eigentum innerhalb der nächsten drei Jahre an Elia zum aktuellen Wert. Allerdings gilt diese Entschädigung nur für Anwohner, deren Häuser in der Nähe der geplanten Stromleitungen liegen. Und nicht für Häuser an bereits bestehenden Leitungen", erklärt die Stadträtin Valerie Taeldeman von der flämischen christlich-demokratischen Partei CD&V. Für gesundheitliche Folgeschäden wird Elia nicht aufkommen.

Die Anwohner von Strobrugge in Maldegem zeigen sich in ihrer ersten Reaktion sehr enttäuscht. Sie wollen weder wegziehen noch unter einer großen Hochspannungsleitung wohnen. Außerdem fürchten sie die gesundheitlichen Risiken, die die Stromleitungen auslösen können.

Ob der Beschluss der flämischen Regierung auch vom Staatsrat akzeptiert wird, ist noch ungewiss. Aber die betroffenen Anwohner rechnen nicht mehr mit einer Änderung.