Katar: AS Eupen wird Aspire Zone-Filiale

AS Eupen, Zweitligamannschaft aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Osten von Belgien, kommt in katarische Hände. Der Fußballverein wird zur Filiale der Aspire Zone Foundation aus Doha, eine Einrichtung, die sportliches Talent fördern will.

Nach einigen turbulenten Jahren mit deutschen und italienischen Managern, einem Kurzaufenthalt in der ersten Liga und wechselnden sportlichen und finanziellen Erfolgen hofft man im ostbelgischen Eupen auf Ruhe und möchte sich mit Hilfe der Sportförderung aus dem Wüstenstaat Katar wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

Dieses Wesentliche bedeutet letztendlich nichts anderes, als die Rückkehr in die erste Liga. Dabei können die Öldollars aus Katar eine schöne Hilfe bieten. Die AS Eupen wird eine der Filialen der Aspire Zone Foundation (AZF), ein weltweit aktives Netzwerk zur Förderung von sportlichem Talent - nicht nur im Fußball.

Aspire sucht nach jungen Fußballtalenten überall in der Welt, testet sie und bildet diese in einem Zentrum im Senegal aus und bringt jene, die mit Erfolg abschließen zu Vereinen in Europa, damit sie dort ihr Talent entfalten können. Einer dieser Vereine ist die AS Eupen, die wesentliche Teile ihrer zukünftigen Mannschaft aus jungen Aspire-Spielern zusammensetzen wird.

Die Verantwortlichen der AZF werden am derzeitigen Management der AS nichts verändern, wollen aber in fußballerischen Fragen entscheidend mitreden. "Die Jungs werden in Eupen die Chance erhalten, in einer Liga zu spielen. Wir haben die AS Eupen für einen bescheidenen Betrag erstanden", meldete Aspire dazu.

Für AS-Direktor Roland Louf, der mit den Ölscheichs aus Katar die Übernahme mitverhandelte, ist zufrieden mit dem Stand der Dinge. "Dieser Deal sorgt dafür, dass der Club auf lange Sicht hin finanziell gesund ist", sagte Louf am Mittwoch gegenüber der Sportredaktion der populären flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws.

Louf geht davon aus, dass dieses "Megaprojekt" eine gute Sache für den gesamten belgischen Fußball ist. Er erwartet auch, dass die Aspire Zone Foundation, die unter anderem auch mit Bayer 04 Leverkusen und mit Schalke 04 kooperiert, in Belgien, vielleicht sogar in Eupen, eine Fußballakademie errichten wird. Schließlich wollen die Kataris bei der Fußball-WM 2022 im eigenen Land gut aussehen. Vielleicht finden sie in Eupen Spieler, denen sie bei ausreichend Talent und Karriere die katarische Staatsangehörigkeit verleihen können, um eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen.

Allerdings ist die Stiftung aus Katar nicht unumstritten. So musste die deutsche Hochspringerin Ariane Friedrich im November 2011 ihr bei Aspire geplantes Trainigslager in Katar absagen, weil sie als weibliche Athletin bei den Scheichs nicht erwünscht war.