Versicherer: "Zweite Rentensäule gefährdet"

Belgiens Rentenversicherungen warnen: Durch die rückläufigen Rentenbeiträge fällt es immer schwerer, den garantierten Mindest-zinssatz für Vorsorgeeinrichtungen zu zahlen. Hält diese Situation an, seien die privaten Zusatzrenten gefährdet.

Die zweite Säule des belgischen Rentensystems soll die staatliche Rentenversicherung ergänzen. Es handelt sich um eine zusätzliche Altersversorgung, die manchmal durch den Arbeitgeber in Form einer Gruppenversicherung angeboten wird. Das Gesetz schreibt dieser Rentenversicherung vor, dass der Arbeitgeber eine Mindestrendite von zwischen 3 und 4 % gewährleisten muss.

Doch die Versicherungen, die die Verpflichtung der Arbeitgeber immer auf sich genommen haben, wollen dies in Zukunft nicht mehr tun. "Durch die sinkenden Rentenbeiträge sind die gesetzlichen Mindestsätze nicht länger tragbar“, erklärt der Sprecher der Berufsgenossenschaft "Assuralia“ François De Clippele in De Tijd.

"Wir erwarten, dass der Gesetzgeber den Zinssatz endlich an die Realität anpasst. Das passiert schließlich auch in anderen Versicherungssystemen. Bei der gewöhnlichen Lebensversicherung zum Beispiel, wird die Verzinsung an die momentanen Umstände angepasst. Damals war die Verzinsung hoch, weil auch die Beiträge so hoch waren. Manchmal hatte man Zinssätze von 4,75 %. Heute liegen diese niedriger“, sagt De Clippele.

Den Versicherungsunternehmen nach können künftig vor allem Probleme beim Abschluss eines neuen Vertrages entstehen. Für bereits bestehende Verträge würden zurzeit keine Veränderungen erwartet.