Bunker aus dem 1.Weltkrieg entdeckt

In Mesen (Provinz Westflandern) haben Archäologen von "Archeo7" einen Bunker und einen Komplex von Schützengräben der deutschen Besatzung aus dem 1. Weltkrieg gefunden. Jan Decorte von "Archeo7" erklärt: "Die Deutschen waren hier sehr gut ausgestattet".

Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass in Mesen, wo die Front während des 1.Weltkrieges einige Zeit festsaß, deutsche Schützengräben gefunden wurden. Trotzdem ist der Fund sehr erstaunlich, denn durch die zahlreichen Bombenangriffe und die dadurch entstandenen Bombenkrater wurde das Gebiet beinahe komplett umgewühlt.

In den drei Jahren, während denen sich die Deutschen in dem Gebiet in und um Mesen aufhielten, bauten sie ihren Bunker aus: Verbindungsgräben und Kommunikationskabel waren Teil ihrer Ausstattung.

Bei einem der Schützengräben erkannten die Archäologen zwei Entwicklungsstufen. Der eine Teil wurde scheinbar zwischen 1914 und 1915 gebaut und genutzt, der andere zwischen 1915 und 1917. "Der zweite Teil des Schutzgrabens war viel besser ausgestattet. Den Deutschen war damals bereits bewusst, dass sie hier noch länger ausharren müssten“, erklärt Jan Decorte von" Archeo7".

Auch britische Schützengräben aus der Zeit des 1.Weltkrieges wurden in Mese entdeckt, allerdings sind diese viel weniger gut ausgebaut. Verwunderlich ist doch, dass sich diese sehr nahe des deutschen Bunkers befanden.

Außerdem ergaben sich die Funde von einem britischen und einem deutschen Gewehr, einer Anzahl Fußabdrücke, Munitionsladegeräten und einem britischen Füller, mit dem die Briten vermutlich ihre Briefe für die Familie schrieben.

Die Ausgrabungen in Mesen durch "Archeo7" fanden seit März diesen Jahres statt. Auftraggeber für die archäologischen Untersuchungen ist "Aquafin“, das flämische Wassergesellschaft, die an dieser Stelle in Kürze eine neue Kläranlage bauen will. 

Am Samstag, den 9. Juni, können sich Interessierte die Ausgrabungen des deutschen Bunkers und den damit verbundenen deutschen Grabenkomplex ansehen. Zwischen 14 und 18 Uhr heißt das Archäologen-Team von "Archeo7" die Besucher herzlich willkommen.