Ist der 1.Weltkrieg heute vergessen?

Die Flandernschlachten des 1. Weltkrieges zwischen 1914 und 1918 forderten zahlreiche Opfer. Darunter Soldaten aus den verschiedensten Ländern - auch viele Deutsche - kamen hier ums Leben. Noch heute erinnern vier große Soldatenfriedhöfe an die gefallenen deutschen Soldaten.

Als 1914 der Krieg ausbrach, rüstete sich Belgien mit verhältnismäßig wenigen Soldaten: das belgische Heer bestand aus rund 200.000 Mann. Es gab keinen deutlichen Verteidigungsplan, die Ausbildung der Soldaten war mangelhaft und die Bewaffnung veraltet und unzureichend. Unterstützt wurde Belgien von französischen, amerikanischen und britischen Truppen.

Deutschland dagegen zog mit 850.000 Soldaten in Belgien ein, sie waren sehr gut ausgebildet und mit modernen Waffen ausgerüstet.

"Flandern in Not - in Flandern reitet der Tod" heißt es in einem alten deutschen Volkslied. Dieses Lied ist nicht unbegründet und findet seinen Ursprung in den so genannten "Flandernschlachten“ des 1. Weltkrieges.

Vom 20. Oktober bis zum 18. November 1914 fand die erste Schlacht in Flandern statt. In den verschiedensten Schlachten nördlich und südlich von der Stadt Ypern trafen die Amreen aufeinander. Insgesamt forderte die 1.Flandernschlacht 108.000 Menschenleben auf der alliierten Seite und 130.000 Menschenleben der deutschen Seite.

Vom 22.April bis zum 25.Mai 1915 versuchten die Deutschen erneut, die Grenze der alliierten Gegner zu überrennen. Dabei setzten sie zum ersten Mal Giftgas ein, welches sie für fünf Minuten aus 6.000 Stahlflaschen abließen. Die 6 Kilometer breite Giftwolke nahm 10.000 französischen Soldaten, 35.000 deutschen Soldaten und 60.000 britischen Soldaten das Leben.

Die dritte Flandernschlacht fand vom 31.Juli bis zum 6.November 1917 statt. Nach endlosen Kämpfen um das Dorf Passchendaele starben insgesamt 325.000 alliierte Soldaten und 260.000 deutsche Soldaten.

Soldatenfriedhöfe

Rund 127.000 deutsche Soldaten sind in Flandern begraben. Direkt nach dem Krieg befanden sich die Gräber auf etwa verschiedenen 170 Soldatenfriedhöfen, danach pachtete der Deutsche Staat für 30 Jahre 120 Friedhöfe, wo die Soldatengräber der Deutschen zusammengelegt wurden. Seit den 1950er Jahren sind die meisten Gräber auf vier großen Soldatenfriedhöfen zusammengefasst, die dem Volksbund "Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ überlassen wurden.

Die vier Friedhöfe befinden sich in Menen (47.864 Gräber), Langemark (44.307 Gräber), Vladlso (25.644 Gräber) und Hooglede (8.247 Gräber).

Auch noch fast 100 Jahre nach den blutigen Schlachten werden bei Bauarbeiten die sterblichen Überreste von gefallenen Soldaten und Munition gefunden. Daran erkennt man, dass die Vergangenheit noch nicht "aus der Welt“ ist.