Belgische Imame verurteilen extremistische Gewalt

Der belgischen Moslemgemeinschaft missfällt der Zwischenfall vom Freitagabend, bei dem ein französischer Moslemextremist zwei Polizisten verletzte, zutiefst. Sie kritisiert auch die Unruhen des letzten Wochenendes in Molenbeek aufs Schärfste.

Auf einer Pressekonferenz in Sint-Jans-Molenbeek hat die Liga der Imame in Belgien den Zwischenfall vom Freitagabend verurteilt. Sie distanziert sich auch von den Unruhen der letzten Tage. Die Zwischenfälle seien Taten "einzelner Individuen", sagt die Liga. 

Außerdem kritisiert sie die extremistische Gruppierung Sharia4Belgium, die ihnen zufolge nicht in Sint-Jans-Molenbeek aktiv sei.

Der Bürgemeister von Molenbeek, Philippe Moureaux (PS), zeigte sich kurz bei der Versammlung der Imame und rief alle in seiner Gemeinde auf, die Augen offen zu halten.

Warnung vor politischer Hysterie

Auch Mohammed Chakkar (Foto), der zahlreiche marokkanische Vereinigungen in unserem Land repräsentiert, verurteilt die Tat vom Freitagabend aufs Schärfste und kritisiert auch Sharia4Belgium und ihren Sprecher Fouad Belkacem. Chakkar hält beide moralisch für die Tat vom Freitagabend mitverantwortlich.

Er sieht das Problem jedoch in einem größeren Licht. "Sharia4Belgium provoziert nicht nur den weißen Mann, sondern alle, die nicht ihrer Meinung sind. Also auch 99 Prozent der Muslime", so Chakkar in der Zeitung De Morgen.

Chakkar betont, dass Sharia4Belgium eine isolierte radikale Organisation sei, die auch bei den Marokkanern in unserem Land nicht willkommen sei.

Er plädiert für ein hartes Vorgehen gegen solche Leute, warnt aber gleichzeitig auch vor einer "politischen Hysterie", was den Sprecher Fouad Belkacem angehe. Anstelle nach Auslieferung zu schreien, sollten lieber die Gesetze und Regeln für den Kampf gegen marginale Hassverbreiter überdacht werden, damit die Demokratie verteidigt werden könne.