Belgien: Ein Paradies für Einbrecher

Belgien ist aufgrund seines dichten Straßennetzes ein Paradies für Einbrecher. So wurden im vergangenen Jahr rund 70.000 Einbrüche beziehungsweise 10 Prozent mehr Einbrüche als im Jahr 2010 registriert. Die belgische Polizei macht auf diese unschöne Situation an diesem Montagmorgen in den flämischen Zeitungen De Morgen und De Standaard aufmerksam.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist fast so hoch wie zur Jahrhundertwende als herumziehende Täterbanden das Land terrorisierten. Nach jahrelangem Rückgang kannte unser Land dann 2006 eine erneute Wende. Seither ist die Zahl der Einbrüche wieder stetig gestiegen. Damit habe unter anderem die EU-Erweiterung zu tun, so Eddy De Raedt von der belgischen Polizei.

"Belgien ist ein großes Stecknadelkissen und liegt sehr zentral. Die Täter kommen also direkt herein und sind auch gleich wieder weg. Es ist eine Art irdisches Paradies für herumziehende Banden. Belgien ist das Shopping Center von Westeuropa", erklärt Eric Bisschop, der den Kampf gegen diese Bandenkriminalität mit der belgischen Justiz koordiniert.

Übrigens ereignete sich die Mehrzahl der Einbrüche nicht mehr nachts, sondern am späten Nachmittag.

"Die Erklärung hierfür liegt offenbar in der Tatsache, dass herumziehende Täterbanden aus Osteuropa die Arbeit mit Hilfe von Minderjährigen erledigen. Kinder riskieren nämlich weniger. Kinder sind weniger mobil, also nehmen sie die öffentlichen Verkehrsmittel und schlagen tagsüber zu", so De Raedt noch.