Verarmungsgefahr flämischer Marrokaner

Bei 54 Prozent der Flamen mit marronkanischen Wurzeln und 20 Prozent der Kinder von Eltern ausländischer Herkunft ist das Risiko erhöht, zu verarmen. Das geht aus einer neuen Studie über Armut des Wissensforums Flämisches Zentrum für Armutsbekämpfung hervor. Die zuständige flämische Ministerin Ingrid Lieten (SP.A) ist schockiert, meldet die Zeitung De Morgen am Montag.

Die Statistik gibt kein besonders rosiges Zukunftsbild wieder. Zehn Prozent der Flamen lebt unter der Armutsgrenze, aber bei Menschen marrokanischer, türkischer oder osteuropäischer Herkunft liegt dieser Anteil noch viel höher. Das zeigen die Zahlen des Wissensforums Flämisches Zentrum für Armutsbekämpfung, die letzte Woche der flämischen Regierung vorgelegt worden sind.

So läuft 54 Prozent der Flamen marrokanischer Herkunft Gefahr, zu verarmen. Für Flamen osteuropäischer Herkunft liegt der Anteil bei 36 Prozent und für Menschen türkischer Herkunft bei 33 Prozent. Für einen von fünf Kindern von Ausländern ist die Gefahr, zu verarmen, erhöht.

"Sie stellen eindeutig fest, dass zwei Gruppen von Menschen verarmen: diejnigen, die kein Diplom haben und diejenigen, die ein Diplom haben, aber keinen Job finden. Wir müssen den Kampf gegen Diskriminierung ernst nehmen", so Minister Lieten. Das kann man zum Beispiel, indem man mit anonymen Lebensläufen bei offenen Stellen in Zeitarbeitsfirmen arbeitet.

In anderen Ländern, zum Beispiel auch in Deutschland, hat man bereits Pilotprojekte zum Test anonymisierter Bewerbungsverfahren wie sie die Ministerin Lieten jetzt hierzulande vorgeschlagen hat, durchgeführt. Und in Frankreich schreibt ein Gesetz im Arbeitsgesetzbuch den anonymen Lebenslauf für Unternehmen ab 50 Mitarbeitern verbindlich vor.