Mehr "Koks" an Weihnachten und Ostern

Der gemessene Drogenkonsum in der belgischen Hauptstadt Brüssel steigt ausgerechnet an katholischen Feiertagen und dabei vor allem in den Weihnachtstagen und zu Ostern. Auch Sylvester und Neujahr steigt der Konsum z.B. von Kokain.

Den Drogenkonsum einer Stadt kann man am einfachsten im Abwasser messen, denn Kokain oder XTC kommt über die körperlichen Ausscheidungen in der Toilette im Abwasser aus und dieses wird regelmäßig analysiert. Dabei stellten Wissenschaftler der Universität Antwerpen fest, dass die meisten Drogen in Brüssel an katholischen Feiertagen, wie Weihnachten und Ostern, konsumiert werden. Unter der Woche geht der Konsum zurück und an den normalen Wochenenden ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Dass die belgischen Hauptstädter besonders viele Drogen an den katholischen Feiertagen nehmen, ist schon eine Überraschung. Höhepunkte sind dabei im Vergleich zu normalen Wochenendtagen Ostermontag, die Weihnachtstage und der Sylvesterabend. An diesen Tagen liegt der Konsum von XTC fünfmal höher als sonst und von Kokain immerhin noch dreimal höher. Andere harte Drogen, wie z.B. Heroin, werden offenbar in Brüssel weniger eingenommen. Doch Trend lassen sich aus den vorliegenden Analysen nur schwerlich feststellen.

"Heroin wird eher am Rande der Gesellschaft konsumiert. Auch methanhaltige Amphetamine, die eher in Skandinavien, in Tschechien und in den USA gebraucht werden, sind im Brüsseler Abwasser nur in sehr niedrigen Mengen nachweisbar.“, so Alexander van Nuijs, der an der Studie der Uni Antwerpen teilgenommen hatte.

Wissenschaftler Alexander van Nuijs nahm 2012 jeden Tag eine Probe des Brüsseler Abwassers. Die Probebehälter wurden 24 Stunden am Tag gespeist und an einer Stelle genommen, kurz bevor das Abwasser der Hauptstadt in eine Kläranlage fließt. Dadurch kam jeden Tag eine repräsentative Messung des Brüsseler Abwassers zustande.

Anzumerken ist dazu, dass der Drogenkonsum in der belgischen Hauptstadt zwei bis dreimal niedriger liegt, als in der Scheldemetropole Antwerpen. Wurden in Brüssel pro Tag durchschnittlich fünf Dosen von 500 Milligramm pro tausend Einwohner gemessen, waren dies in Antwerpen unter vergleichbaren Werten gemessen 15 Dosen pro tausend Einwohner.