Jedes fünfte Auto ist ein Firmenwagen

Laut einer Studie des Consultant-Büros KPMG ist jeder fünfte in Belgien gemeldete PKW ein Firmenwagen. Damit bestätigt sich, dass die jüngste Erhöhung der Steuern auf Firmenwagen nicht wirklich für eine Veränderung gesorgt hat.

Die KMPG-Studie zu den Dienstwagen in Belgien wurde im Auftrag verschiedener Interessensverbände erstellt. Die beiden Verbände der belgischen Automobilindustrie FEBIAC und Federauto sowie der Leihwagen- und Leasingverband Renta wollten wissen, wie es um das Thema Firmenfahrzeuge in Belgien bestellt ist.

Insgesamt bewegen sich auf den belgischen Straßen 770.000 Firmenwagen, was rund einem Fünftel aller PKW in Belgien entspricht. Insgesamt 24 % aller im vergangenen Jahr verkaufter Autos wurden überdies von Unternehmen als Dienstwagen angeschafft. Damit wird klar, dass die Erhöhung der Besteuerung von Firmenautos, die die belgische Bundesregierung in ihre Finanzpläne festgeschrieben hatte, keinen wirklichen Einfluss auf das Verhalten der Unternehmen hat.

Rückgänge seien lediglich bei größeren Fahrzeugtypen und Modellen festzustellen. Doch bei kleineren und bei Mittelklasse-Wagen bleiben die Absatzzahlen gleich oder steigen sogar leicht, wie ein Sprecher von Renta angab. Den Staat dürfte diese Entwicklung freuen, denn das bringt dem Haushalt reichlich Mittel ein.

"Firmenwagen sind nicht umweltschädigend"

Die KPMG-Studie im Auftrag der oben genannten Kraftfahrzeug-Verbände soll auch belegen, dass der negative Einfluss von den zumeist dieselbetriebenen Dienstwagen auf Umwelt und CO2-Ausstoß nicht sehr groß ist. Als Argument wird hier angeführt, dass diese Fahrzeuge im Durschnitt vier Jahre jünger sind, als gängige Privatwagen.

Dieses Argument wollen die Umweltverbände im Land nicht gelten lassen. Die flämische Umweltorganisation "Bund für eine bessere Umwelt“ (BBL) ist der Ansicht, dass die Autoverbände beweisen wollen, "dass das Wasser bergauf fließt“ und kommt zu ganz anderen Schlussfolgerungen. BBL stellte in einer eigenen Studie fest, dass der Vergleich zwischen Dienst- und Privatwagen insofern hinkt, als das 80 % der Firmenwagen einen Dieselmotor hat und dass dies nur bei 57 % der privat genutzten Autos der Fall ist. Dadurch sei deutlich, dass der CO2-Ausstoß in Belgien durch die Dienstwagen nicht zu unterschätzen ist.

Dass die Wissenschaft jetzt offiziell beweisen konnte, dass der Schadstoff bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff in den Motoren tatsächlich krebserregend ist, gießt neues Öl auf diese Diskussionen.