Weitere 300 Juweliere Steuerbetrüger?

Das Finanzamt hat eine neue Reihe von Ermittlungen gegen 300 weitere Juweliere gestartet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Händler aus Antwerpen, die geheime Bankkonten bei der Privatbank "HSBC" in der Schweiz haben sollen.

Der Prozess begann vor Jahren, als das französische Gericht von einem ehemaligen Angestellten der HSBC Bank eine CD-ROM erhielt. Darauf waren die Bankdaten von 79.000 Kunden gespeichert, die der Mann seinem ehemaligen Arbeitgeber gestohlen hatte.

Auch das Belgische Gericht hatte Interesse an dieser CD-ROM und startete daraufhin die Ermittlungen nach den rund 500 Juwelieren. Gegen 170 von ihnen, alle führende Persönlichkeiten in der Antwerpener Diamant-Welt, wurde danach Anklage erhoben: Insgesamt 1 Milliarden Dollar, also etwa 700 Millionen Euro Schwarzgeld hatten die Geschäftsleute zwischen 2006 und 2007 auf den Schweizer Bankkonten gebunkert.

Jetzt wurde eine weitere Reihe Untersuchungen in Gang gesetzt. Dabei war von etwa 300 Juwelieren, wieder aus der Antwerpener Umgebung, die Rede. Auch sie sollen in der Schweiz Schwarzgeld angelegt haben. Das belgische Gericht möchte nun herausfinden, wo das angelegte Geld herkommt und wie hoch die Zahl der hinterzogenen Steuern wirklich ist.

Die HSBC-Sache ist eine der größten Steuer-Skandale in der belgischen Geschichte. Nach Ansicht des Gerichtes handelt es sich um Steuerbetrüger, die trotz der günstigen Steuersätze für Diamanthändler Schwarzgeld beiseitelegen.