Strahlenbelastung in Belgien muss sinken

Im Vergleich zu unseren Nachbarländern wird der belgische Durchschnittsbürger viel öfter mithilfe von medizinischen Bildaufnahmen untersucht. Das ist alles andere als gesund. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb am Donnerstag eine Kampagne gestartet: "Medizinische Bildaufnahmen sind keine Familien-Schnappschüsse".

Belgien ist ein reiches Land und dementsprechend gut sind auch die medizinischen Methoden. Dazu gehört auch der enorme Fortschritt in der Entwicklung der Methoden für medizinische Bildaufnahmen. Die Kehrseite der Medaille ist leider, dass durch die vielen Röntgenuntersuchungen auch die Strahlenbelastung in Belgien gestiegen ist. Das belgische Gesundheitsministerium startet deshalb am Donnerstag eine Kampagne, die sowohl die Öffentlichkeit als auch die entsprechenden Unternehmen der Branche zu einer Senkung der Strahlenbelastung auffordern soll.

Die Strahlenbelastung durch medizinische Bildaufnahmen, z.B. durch Röntgenaufnahmen, durch Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), ist für den Belgier zwischen 2001 und 2009 durchschnittlich um 17 % gestiegen. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern wird der belgische Durchschnittsbürger 1,5 Mal öfter bestrahlt als der französische Durchschnittsbürger und sogar 3 Mal häufiger als der niederländische Durchschnittsbürger.

Das Bundesministerium für Gesundheit startet deshalb die Kampagne "Medizinische Bildaufnahmen sind keine Familien-Schnappschüsse. Seien sie damit vorsichtig“. Das Ziel der Kampagne ist, die breite Öffentlichkeit über die Risiken solcher Röntgenaufnahmen zu informieren. Außerdem werden damit die Ärzte zu einer ordnungsgemäßen Anwendung nach den entsprechenden Richtlinien aufgefordert.

Dafür wurde unter anderem die Webseite www.zuinigmetstraling.be erstellt, die die zentrale Informationsstelle der Kampagne darstellt. Interessierte erhalten auf der Internetseite konkrete Ratschläge über die angemessene Anwendung von medizinischen Bildaufnahmen.

Ursprünglich war die Kampagne eine Idee der Ministerin für Gesundheit, Laurette Onkelinx (kleines Foto) von der sozialistischen Partei PS.