MWS-Betrug: Auch zwei Belgier verhaftet

Die Brüsseler Justiz hat zwei Belgier verhaftet, die unter dem Verdacht stehen, eine wichtige Drehscheibe in einem international operierenden Mehrwertsteuer-Karussell zu sein. Vor allem in Deutschland wurden dabei Steuern in Millionenhöhe hinterzogen.
Ein Computer voller Beweismaterial (Archivfoto)

Die Ermittlungen in diesem Fall von Mehrwertsteuerbetrug, bei dem die deutschen Staatsfinanzen um mindestens 120 Millionen € betrogen wurde, begannen vor mehr als einem Jahr in Belgien. Die Brüsseler Justiz hatte ein MWS-Karussell ausgehoben und dabei Verzweigungen in ganz Europa entdeckt. Als die Ermittler ein Appartement in Sint-Agatha-Berchem durchsuchten, stießen sie auf einen Computer, der alle Transaktionen der kriminellen Organisation zwischen 2007 und 2011 gespeichert hatte.

Daraufhin wurden die Ermittlungen auf mehrere Länder erstreckt: Belgien, Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden und Spanien. In Belgien wurden dabei die Organisatoren des Betrugskartells in Augenschein genommen, während die deutschen Behörden nachgingen, welche Unternehmen an den kriminellen Vorgängen beteiligt waren. Die Bande hatte reihenweise Scheinfirmen gegründet, nur zum Ziel, Mehrwert- und Umsatzsteuer hinterziehen zu können.

Den in Belgien verhafteten Personen wird Urkundenfälschung, Betrug und Geldwäsche vorgeworden. Insgesamt waren an den Ermittlungen europaweit rund 500 Beamte beteiligt. Als die Ermittler zuschlugen, wurden hunderte Privatwohnungen und Firmenräume durchsucht. 30 Verdächtige wurden verhaftet, 19 davon in Deutschland und 11 unter anderem in Belgien.