Rekord: Gefälschte Pillen aus dem Internet

Die belgischen Zollbehörden haben im vergangenen Jahr eine Rekordanzahl nachgemachte Pillen beschlagnahmt. Dabei handelte es sich um Produkte, die im Internet erworben hatten. Gefälschte Medikamente bergen enorme Gesundheitsrisiken.
Gefälschte Medikamente (Archivfoto)

Nach Angaben der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd beschlagnahmte der belgische Zoll letztes Jahr fast 17.000 Postsendungen mit gefälschten Medikamenten. In den vergangenen drei Jahren sind insgesamt rund 43.000 Lieferungen gefälschter Medikamente aufgeflogen - allesamt Internetbestellungen.

Nach Ansicht der belgischen Gesundheitsbehörden bergen diese gefälschten Medikamente, die im Internet deutlich billiger sind, als die rezeptpflichtigen Originale in den hiesigen Apotheken, große Gefahren für Leben und Gesundheit der Kunden. In erster Linie wurden Potenzmittel, Wachstumshormone, Diätpillen und Psychopharmaka, also Beruhigungsmittel oder Medikamente gegen Depressionen in Beschlag genommen.

Doch in Belgien wird der Trend, Medikamente ohne ärztlichen Rat oder Informationen durch Apotheker im Internet zu bestellen, stets größer. Das ist sehr gefährlich, warnt auch Zollsprecher Luc Van De Velde gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: "Es birgt große Gefahren, da die Zusammenstellung der Produkte nicht kontrolliert wird und man eigentlich keine Ahnung der Art der Produkte hat, die man erhält. Das gilt neben Gesundheitsprodukten auch für Lebensmittelzusätze. “

Nach Ansicht der Bundesagentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG) werden heutzutage so gut wie alle gängigen Medikamente gefälscht - auch Antibiotika, Krebsmittel oder Pillen gegen Malaria. Doch am häufigsten werden Medikamente bestellt, z.B. Potenzmittel, bei deren Ankauf über die offiziellen Wege - sprich die Apotheken, viele Menschen Schamgefühle entwickeln.