Beschäftigungsplan für Junge und Ältere

Bundesarbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A - Foto) hat den Beschäftigungsplan der Regierung Di Rupo vorgelegt. In der sonntäglichen VRT-Talkshow "De zevende Dag" sagte sie, dass Arbeit für Jugendliche und für ältere Arbeitslose Priorität haben.

Eine allgemeine Senkung der Steuern auf Arbeit wird es nach Angaben von Arbeitsministerin De Coninck nicht geben. Ihr Schwerpunkt liegt auf zwei Themen:

Zum einen sollen unzureichend ausgebildete Jugendliche eine Chance auf Arbeit oder zumindest Praktikumsplätze erhalten und zum anderen sollen ältere Arbeitnehmer, die ihren Job verloren haben, wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Damit soll auch dafür gesorgt werden, dass die kostenintensiven Vorruhestands- und Frührentenregelungen in Belgien abgebaut werden.

In Sachen Frührenten wird es zu einer Anpassung der geltenden Vorgänge kommen. Ein Solidaritätsfonds soll die finanziellen Aufwendungen der Arbeitgeber für die Frühpensionen senken, denn derzeit kommt der jeweils letzte Arbeitgeber für die Kosten der Frührente seines Arbeitnehmers auf. Unternehmen, die jüngere Arbeitsuchenden die Möglichkeit für ein sechsmonatiges Praktikum einräumen, erhalten dafür Unterstützung in Form von steuerlichen Vorteilen. Über diesen Weg können Jugendliche, denen auf dem Arbeitsmarkt eigentlich wenig Chancen eingeräumt werden, beweisen, dass sie zu etwas fähig sind, so die Arbeitsministerin.

Die Unternehmen werden nicht dazu verpflichtet, die Praktikanten nach ihrer Zeit zu übernehmen, doch "Ziel ist, dass die Lohnnebenkosten drastisch sinken, denn der Betrieb die Person doch einstellt.“

Beschäftigung für die Generation 50+

Entsprechende steuerliche Vorteile erhalten Unternehmen auch dann, wenn sie ältere Arbeitslose einstellen, denn gerade Arbeitsuchende über 50 Jahre haben auf dem hiesigen Arbeitsmarkt kaum noch Chancen auf neue Beschäftigung, wenn sie ihren alten Job verloren haben.

"Es ist sehr wichtig, solche Leute im Arbeitsprozess zu halten, denn oft sind sie dazu motiviert, weiterzuarbeiten“, so Arbeitsministerin De Coninck am Sonntag in "De zevende Dag“. Sie ist der Ansicht, dass die Unternehmen heutzutage ihr Personal zu wenig in die laufenden Prozesse integrieren.

Maschinen unterhalten und Produzieren sei normal, so die Ministerin, doch für viele Firmen sei z.B. die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter kaum ein Thema. Auch hier will sie mit Hilfe von Zuschüssen und Steuervorteilen Abhilfe schaffen.

Die Arbeitgeberverbände reagieren mit vorsichtiger Zurückhaltung auf die Pläne der Arbeitsministerin.