Eine neue Struktur für Belgiens Bahn?

Die belgische Bundesregierung und Melchior Wathelet (CDH), Staatssekretär für Verkehr und Mobilität, wünschen sich eine neue Struktur für die nationale Bahngesellschaft NMBS/SNCB. Derzeit ist die Bahn in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt.
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Derzeit arbeitet die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB in drei Geschäftsbereichen: Struktur- und Netzverwalter Infrabel, Verkehrsbetreiber NMBS/SNCB und die beide Bereiche überkuppelnde NMBS/SNCB-Holding.

Doch nach Ansicht von Verkehrs-Staatssekretär Melchior Wathelet  (Foto) von der frankophonen Zentrumspartei CDH soll die Holding verschwinden und die Bahn soll in zwei Geschäftsbereichen weitermachen und zwar mit Infrabel für Netz und Struktur und mit Bahnbetreiber NMBS/SNCB.

Dieser Plan findet bis auf weiteres die Zustimmung des Kernkabinetts der belgischen Bundesregierung, doch ein entsprechender Gesetzesvorschlag muss noch durch die parlamentarischen Instanzen gebracht werden.

Nicht einverstanden damit sind die Gewerkschaften, die seit Jahren eine Rückkehr zur einheitlichen Bahnstruktur fordern. Sie kritisieren, dass die drei derzeitigen Geschäftsbereiche jeweils eine eigene Personalpolitik führen. Die Gewerkschaften fordern nicht weniger, als eine einheitliche Personalstruktur für die Eisenbahner.

Doch dazu wird es auf keinen Fall kommen, denn eine europäische Richtlinie schreibt eine transparente Aufteilung der nationalen Eisenbahngesellschaften in verschiedene Geschäftsbereiche vor, um so den Markt für Konkurrenz aus dem In- und dem Ausland gleichberechtigt zuzulassen und zu ermöglichen, auch wenn hier EU-weit nicht immer alles glänzt, was Gold sein soll.