PSC-Mitgründer Charles Hanin verstorben

Charles Hanin (Foto - rechts), einer der Mitbegründer der christlich-sozialen Partei PSC im frankophonen Landesteil Belgiens, ist am Samstag im Alter von 97 Jahren verstorben, wie Benoît Lutgen, der Vorsitzende der PSC-Nachfolgepartei CDH mitteilte.
Charles Hanin (rechts, Archivfoto mit dem belgischen Königspaar)

Charles Hanin war im August 1945 einer der Gründerväter der Parti Social Chrétien, kurz PSC, der frankophonen christlich-sozialen Partei. Die PSC arbeitete bis zur Spaltung, die zwischen 1968 und 1972 stattfand, sehr eng mit der flämischen Schwesterpartei CVP, die Christliche Volkspartei (heute CD&V) zusammen.

Hanin war Senator und belgischer Minister. In den Regierungen Leburton II und Eyskens IV war er Minister für Mittelstand und Kultur. In dieser Zeit hatte er sich aktiv für das Sozialstatut der Selbständigen in Belgien eingesetzt. Eine Zeit lang bekleidete Charles Hanin auch das Amt des belgischen Innenministers und 1979 saß er seiner Partei, PSC, vor.

Doch der frankophone Christdemokrat war auch in der Kommunalpolitik aktiv. So war er lange Jahre Bürgermeister von Marche-en-Famenne in der Provinz Luxemburg.

In den 1960er und 1970er Jahren arbeitete er zudem an der Gründung der katholischen Universität von Louvain-La-Neuve (Wallonisch-Brabant) mit, denn im Zuge des Sprachenstreits mit den Flamen verließen viele frankophone Studenten die Universitätsstadt Löwen, doch eine katholische Universität in erforderlicher Größe musste erst noch aus dem Boden gestampft werden.