8-11 Jahre für Anführer Terrorgruppe

Das Strafgericht in Brüssel hat sechs Personen wegen Terrorismus verurteilt. Sie hatten in den vergangenen Jahren Muslime rekrutiert, um in Afghanistan und im Irak zu kämpfen. Einer der Anführer der Gruppe hat selbst auch im Irak gekämpft.

Die sieben Angeklagten hatten allesamt Verbindung zu einer radikalen Moschee in Sint-Jans-Molenbeek. Einer von ihnen hat vor ein paar Jahren im Irak gekämpft. Als er wieder in Belgien war, haben er und seine Freunde versucht, andere Muslime davon zu überzeugen, in den heiligen Krieg in den Irak oder nach Afghanistan zu ziehen.

Sechs Verdächtige rerutierten nicht nur in der Moschee, sondern benutzten hierfür auch eine Webseite. Auf dieser Seite riefen sie zu Hass gegen Nicht-Muslime auf. In verschiedenen Telefonaten sprachen sie über die Verübung von Anschlägen. Das geht aus Telefonaufzeichnungen hervor. Insbesondere über letztere Pläne urteilte der Richter scharf.

Die beiden Anführer der Gruppe sind zu 8 und 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die vier anderen erhielten etwas mildere Strafen bis maximal 5 Jahre. Ein siebter Verdächtiger wurde frei gesprochen. Dem Gericht zufolge habe er zwar extreme Ideen, sei aber nicht ins Terrornetzwerk verwickelt.

Der Anwalt von einem der beiden Anführer der Gruppe macht sich keine Sorgen um seinen Mandanten. "Ich bin schon seit zehn Jahren Anwalt von Personen, die von der Staatsanwaltschaft als Extremisten bezeichnet wurden und sie sind alle in Berufung frei gesprochen worden nachdem sie in erster Instanz verurteilt worden waren", betont Sébastien Courtoy.

"Wir werden auch in diesem Fall in Berufung gehen und auch hier einen Freispruch erwirken." Auf die Frage, ob das Gericht erster Instanz untauglich sei, sagt der Anwalt: "Ich antworte lieber nicht darauf." Courtoys Mandant ist derzeit in Syrien, wo er gegen das Regime von Assad kämpft.