Anzeigen wegen Kindermisshandlung steigen

Nicht nur die Zahl der Kindermisshandlungen in Flandern ist von 2010 auf 2011 um 8 % gestiegen. Es werden auch weniger Kinder geboren und fast 10 % der Kinder leben in einer sozialschwachen Familie. Das steht im Jahresbericht von "Kind en Gezin", dem flämischen Familienbund.

In den sechs Vertrauenszentren für Kindermisshandlung sind 2011 insgesamt 7163 Fälle gemeldet worden. Das ist ein Anstieg von 8 % im Vergleich zu 2010. Bei diesen Meldungen waren 10.188 Minderjährige betroffen.

In 40 % der Fälle handelt es sich um körperliche Misshandlung oder Verwahrlosung. Es folgen emotionaler und sexueller Missbrauch.

10 % Kinder leben in armen Verhältnissen

Der Jahresbericht enthält auch die jüngsten demografischen Zahlen. So geht die Anzahl Geburten geringfügig zurück, bleibt jedoch hoch.
2011 kamen 70.319 Kinder in Flandern zur Welt, etwa 1000 Kinder weniger als 2010. Im Vorjahr wurden jedoch 13 % mehr Kinder geboren als 2001.

Dem Armutsindex von "Kind en Gezin" zufolge lebt jedes zehnte Kleinkind in Armut. 2001 lag der Prozentsatz bei 6 %.
Betroffen sind insbesondere Kinder aus ausländischen Familien: Dort steigt der Anteil auf 25 %. Für Kinder von Müttern belgischen Ursprungs liegt der Anteil bei nur 4%.

Außerdem haben 23 % der Kinder in Flandern nicht Niederländisch als Muttersprache, sondern Französisch, Arabisch oder Türkisch.