Verhofstadt fordert politische Union

Während die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die Gipfelbeschlüsse vom Nachmittag feiern, sind die ersten kritischen Töne zu hören. Guy Verhofstadt, belgischer Alt-Premierr und Fraktionssprecher der Liberalen im Europäischen Parlament warnt vor allzu viel Optimismus.

Die Gipfelbeschlüsse gehen in die richtige Richtung, sagte Guy Verhofstadt. Grundlegend werden sie die Eurokrise aber nicht lösen.

Was Europa jetzt brauche sei mehr Zusammenhalt. Die Sofortmaßnahmen würden nur kurzfristig für Entspannung sorgen.

Neben einer engeren Zusammenarbeit bei der Wirtschaft und in haushaltspolitischen Fragen brauche die EU eine politische Union. Und: Gemeinsame Schulden. So wie das für jede Einheitswährung auf der Welt der Fall sei.

Die Amerikaner hätten kein Problem, erklärt Verhofstadt, obwohl der Schuldenberg der USA sehr viel höher ist als in Europa. Auch die Japaner hätten kein Problem mit ihrer Währung. Und das obwohl die Staatsschulden dort noch um ein Vielfaches höher liegen. Der Grund: Neben einer gemeinsamen Währung verfügen beide Länder auch über eine starke politische Union.

Deswegen, so Verhofstadt, gibt es nur einen Ausweg: Mehr Macht für Brüssel und gemeinsame Schulden. Vor allem Frankreich und Deutschland sind da gefordert. (Quelle: brf)