Gefahr? Krankheiten durch Mückenstiche

In Belgien wächst das Risiko, dass Mücken ansteckende Krankheiten übertragen, wie eine Forscherin am Institut für Tropen-Krankheiten an der Uni Antwerpen herausfand. Sie stellte eine Bestandaufnahme aller hier vorkommenden Mückenarten zusammen.

Reichen einfache Zitronenkerzen, Sprühflaschen und das eine oder andere Schlagwerkzeug noch, um die "gemeine Mücke“ zu verjagen? Seit die Malaria in Belgien ausgestorben ist, sind dies die geeigneten Waffen. Doch wie lange noch? Nach Ansicht von Wissenschaftlerin Veerle Versteirt vom Institut für Tropenheilkunde an der Uni Antwerpen kann in Zukunft hierzulande die Gefahr, über Mückenstiche angesteckt zu werden, steigen.

Seit 2007 erforschen sie und ihre Kollegen am Institut für tropische Krankheiten (Moririsk) die Welt der Mücken in Belgien. Im Laufe der Jahre identifizierten sie dabei 24 verschiedene im Land vorkommende Mückenarten. Dabei kommt die "gemeine Hausmücke“ (culex pipiens) am häufigsten vor.

Doch unter den anderen entdeckten Mückenarten sind auch einige, die ansteckende tropische Krankheiten, wie Gelbfieber, Dengue-Fieber oder den West-Nil-Virus übertragen können. Gründe dafür sind nach Ansicht von Veerle Versteirt die Globalisierung, die Klimaerwärmung und die Veränderung unserer Landschaften. Hierbei werden für die Entwicklung von Mücken Lebensräume interessant, die sonst nur in tropischen Regionen vorkommen.

Versteirt und ihre Kollegen sagen dazu, dass das Risiko, in Belgien eine tropische Krankheit nach einem Mückenstich zu erlangen, recht klein bleibt, doch dürfe man diesen Umstand nicht außer Acht lassen. Die Forscher raten dazu, den Mückenbestand und dessen Entwicklung weiter zu verfolgen, um im Falle eines Falles adäquat reagieren zu können.

Am Beispiel des Chikungunya-Virus, dessen Ausbruch durch Mückenstiche auch in Belgien plausibel sein könnte, zeigten die Wissenschaftler auf, wie eine solche Ansteckung vor sich gehen könnte. Veerle Versteirt erlangte mit ihrer Arbeit übrigens den Doktortitel am Institut für Tropenmedizin an der Universität Antwerpen.