Abgeschobener Afghane jetzt in Kabul

Parwaiz Sangari, der junge 20jähriger Afghane, der am Montag aus Belgien abgeschoben wurde, ist inzwischen in der afghanischen Hauptstadt Kabul (Foto) eingetroffen. Sympathisanten haben in den vergangenen Tagen auf die Lage jungen Mannes aufmerksam gemacht.
Unsicherheit in den Straßen von Kabul

Parweiz Sangari, in Belgien zum Schweißer ausgebildet und dort git integriert (er lebte in Flandern und spricht fließend Niederländisch), erklärte am Dienstagabend in einem Telefoninterview mit der Redaktion des VRT-Reportagemagazins "Ter Zake“ , dass er seine erste Nacht in Kabul bei einer Tante untergekommen sei. Doch jetzt sei auf sich selbst gestellt, da seine Familie Probleme fürchte, auch weil die Medien über den Fall berichten würden.

Parweiz erzählte auch, dass er sich in Kabul nicht sicher fühle und wisse nicht wohin er in den nächsten Tagen gehen müsse. Er fürchte sich vor dem Mördern seines Vaters und habe sich an die belgische Botschaft in der afghanischen Hauptstadt gewendet und um Hilfe gebeten. Von dort verlautete, dass man ihm zu afghanischen Papieren verhelfen wolle, denn der junge Mann hat keinerlei Identitätsdokumente bei sich.

Sympathisanten hatten am Montag am Flughafen Zaventem auf die Lage des abgeschobenen 20jährigen Flüchtlings aufmerksam gemacht, während andere vor dem Kabinett der zuständigen Staatssekretärin Maggie De Block (Open VLD) gegen die Ausweisung protestiert hatten. Am Mittwochmorgen setzten rund 60 Demonstranten vor dem Kabinett der Staatssekretärin in Brüssel diese Proteste fort.

Noch viele Parweiz' in Belgien

In Belgien leben mehrere Tausend jugendliche Flüchtlinge aus Ländern in der ganzen Welt - meist Länder, in denen Krieg, Hungersnot oder bittere Armut herrscht. Die meisten von ihnen fürchten jetzt, nach dem sie beobachtet haben, dass mit dem jungen Afghanen geschehen ist, dass auch sie bei Volljährigkeit ausgewiesen werden, obschon sie in Belgien zur Schule gehen oder einer Ausbildung folgen und auch sprachlich gut integriert sind.