Viel Geld auf den Spar- und Girokonten

Die Belgier legen immer mehr Geld auf die "hohe Kante". Neben den ohnehin schon in unserem Land populären Sparkonten horten viele ihr Geld auch auf den einfachen Girokonten. Hier werden fast monatlich Rekordsummen eingezahlt.

Die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet, dass Ende Mai dieses Jahres alleine auf den Girokonten der belgischen Landsleute mehr als 47 Milliarden € gestanden haben. Nach Angaben der belgischen Nationalbank würden von Monat zu Monat neue Rekordsummen auf den Girokonten registriert.

Verglichen zu der im Mai auf den belgischen Girokonten stehenden Milliardensumme fällt auf, dass vor der Finanz-, Banken- und Wirtschaftskrise, die 2007 begannt, etwa 40 % weniger Geld auf diesen Konten stand.

Pamela Renders von Febelfin, dem Dachverband des Finanzsektors in Belgien, bestätigte die Zahlen der Nationalbank und von De Tijd: "Seit der Krise beobachten wir eine ständige Zunahme der Einlagen auf den Sichtkonten. Die Leute sichen Sicherheit und Liquidität und nach einem Instrument, in das man Gelder einzahlen kann, die in Abwartung des Endes der Krise für Ausgaben verwendet werden können oder aber später eventuell rasch wieder angelegt können. Sichtkonten sind ein einfaches Instrument zur Liquidität der Verbraucher." 

Das ist wohl ein Zeichen dafür, dass die Belgier auf der einen Seite viel Geld besitzen, dieses aber auf ganz klassische Art und Weise verwalten. Auf risikoreiche Anlagen wird heute eher verzichtet. Eine sicherere Liquidität sei den Belgiern heute wichtiger, als schnelle aber risikoreiche Rendite, so die Analyse von Beobachtern und Finanzfachleuten.