Frank De Winne wird ESA-Leiter in Köln

Der belgische Astronaut Frank De Winne (Foto) wird neuer Leiter des Europäischen Astronauten-Zentrums (EAC) in Köln. In diesem Zentrum werden die europäischen ISS-Astronauten der Raumfahrtbehörde ESA ausgesucht, ausgebildet und medizinisch begleitet.

Der 51jährige belgische Astronaut Frank De Winne wird der neue Leiter des Europäischen Astronauten-Zentrums (EAC) in Köln, wo die europäischen Astronauten - und auch die aus anderen Ländern - für die Internationale Raumstation ISS ausgebildet werden. De Winne bringt für diese neue Aufgabe jede Menge Erfahrung mit, denn er hat selbst zwei solcher ISS-Missionen hinter sich. Für ihn ist dieser neue Posten denn auch ein logischer Schritt in seiner aktiven Laufbahn.

Im EAC-Zentrum in Köln werden alle Astronauten, die an ISS-Raumflügen teilnehmen begutachtet, ausgewählt und ausgebildet. Ein wichtiges Standbein in dieser Einrichtung ist auch die medizinische Begleitung der Astronauten-Aspiranten. De Winne wurde hier auch vor seinen Flügen ins All ausgebildet. "Das ist nicht das größte Zentrum der ESA, doch es hat im Zusammenhang mit der bemannten Raumfahrt eine wichtige Ausstrahlung“, sagte der 51jährige am Mittwochmorgen im VRT-Radio 1.

Die europäische Raumfahrtbehörde ISS bildet derzeit sechs junge Astronauten aus: "Meine Aufgabe ist, ihnen so schnell wie möglich einen Flug ins All zu ermöglichen.“ Doch hat sich De Winne noch einige weitere Ziele gesetzt. So will er das EAC-Zentrum auf die Zukunft vorbereiten und dabei helfen, die Möglichkeiten von Missionen auf Mond und Mars voranzutreiben.

De Winne ist sehr gespannt auf seinen neuen Job und freut sich auf seine neuen Aufgaben: "Das ist eine große Verantwortung und ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Die bemannte Raumfahrt spielt eine wichtige soziale Rolle in der Welt und lässt die Länder enger zusammenrücken. Dass ich dabei eine Rolle spielen kann, ist sehr attraktiv.“

Die Jugend soll ran

Frank De Winne wird kein drittes Mal ins All fliegen. Das ist auch überhaupt nicht sein Ziel, ganz im Gegenteil: "Wir haben derzeit sechs Astronauten in der Ausbildung. Ich glaube, dass sie den Vorzug haben müssen. Das ist übrigens auch die Politik der ESA."

"Wenn wir auf das augenblickliche Programm der ISS schauen, dann wird der letzte dieser jungen Leute zwischen 2019 und 2020 ins All fliegen. Dann bin ich fast 60. Wir müssen den jungen Leuten die Chance geben, Erfahrungen zu sammeln, damit sie diese an die nächstfolgende Generation weiter geben können.“