Windräder gut für den Kabeljau-Bestand?

Die Windräder auf der Thornton-Sandbank vor der belgischen Nordseeküste scheinen der Erholung der Kabeljau-Bestände entgegenzukommen. Wissenschaftler der Universität Gent (UGent) untersuchen den Einfluss dieser Anlagen auf die Fischbestände seit 2008.

In den vergangenen Jahren ist der Bestand an Kabeljau in der Nordsee deutlich zurückgefallen. Grund dafür ist in erster Linie die Überfischung. Die Universität von Gent will herausfinden, ob der Bau von Windkraftanlagen auf den Sandbänken oder auch andernorts in der Nordsee einen weiteren negativen Einfluss auf die Fischbestände hat und begann 2008 mit einer Langzeitbeobachtung.

Doch offenbar haben die Bauten einer einen positiven Effekt auf bestimmte Fischbestände, denn die Masten und deren Fundamente bieten einigen Meeresbewohnern neue Lebensräume und diese wiederum sind ein Teil der Nahrungsmittelkette wieder anderer Tiere, speziell Fische.

Auf den Fundamenten der belgischen Windradträger auf der Thornton-Sandbank gedeihen zum Beispiel Schwämme, Polypen und Muscheln, also Futterquellen für die Fische. Daran laben sich Steinbutte, Schollen und Meerbarben. In letzter Zeit beobachteten die Genter Meeresbiologen aber auch wieder vermehr jungen Kabeljau in der Region.

Das könnten für die Kabeljau-Bestände in der Nordsee gute Nachrichten sein, denn trotz der von der Europäischen Union auferlegten strengen Fangquoten nimmt der Bestand dieser Fischart dort in den letzten Jahren immer weiter ab.