Organisierte Kriminalität gut im Geschäft

Das Organisierte Verbrechen konnte seine Gewinne in Belgien steigern. Von den über 200 kriminellen Vereinigungen, die die Polizei jedes Jahr hochgehen lässt, macht jede fünfte mehr als 2,5 Millionen Euro Gewinn. Viele sind in der Wirtschaft aktiv.

Die Angaben stammen aus einem Bericht von Justizminsterin Annemie Turtelboom (Foto), aus dem die Wirtschaftszeitung De Tijd in ihrer Wochenendausgabe berichtet. Die Hälfte dieser Banden erwirtschaftet jährlich zwischen 25.000 und 2,5 Millionen Euro. Jede 20. kriminelle Vereinigung machte sogar mehr als 10 Millionen Euro Gewinn.

Die organisierte Kriminalität ist in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv: Drogenhandel, Betrug, MWSt-Betrug, Menschenhandel und Autodiebstahl. Feststeht, dass es auch zahlreiche Querverbindungen des organisierten Verbrechens zu offiziellen Wirtschaftsunternehmen gibt. Mit solchen Betrieben sollen die kriminellen Aktivitäten vertuscht werden und wird das so erwirtschaftete Geld gewaschen.

Die meisten Verbrecherbanden verstecken sich hinter Import/Export-Unternehmen oder sie sind im Gaststättengewerbe, in Baufirmen oder in Speditionen aktiv.

Im Schnitt besteht eine kriminelle Organisation aus neun Mitgliedern. Vierzig Prozent der Kriminellen sind Belgier. Dann folgen Niederländern, Italiener, Marokkaner, Rumänen und Franzosen. Fast die Hälfte unterhält Kontakte oder arbeitet gemeinsam mit organisierten Kriminellen im Ausland. Etwas mehr als die Hälfte setzt Gewalt und Drohungen ein um Opfer oder Bandenmitglieder unter Druck zu setzen.