Email-Account von Van Rompuy geknackt

Eine vermutlich von China aus operierende Hackergruppe hat die Email-Konten von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (Foto) und weiteren hohen Mitarbeiter der EU-Behörden geknackt. Amerikanische Sicherheitsfachleute beobachten die Hacker seit Monaten.

Ein rund 30köpfiges Expertenteam der US-Sicherheitsbehörden beobachtet die aus China operierende Hackergruppe schon seit Monaten. Im Juli 2011 hatten sich die Hacker, die unter zwei Tarnnamen arbeiten - "Byzantine Candor" oder "Comment Group" - offenbar gleich mehrmals Zugang zu den eigentlich umfassend gesicherten Email-Accounts der EU-Behörden in Brüssel verschafft.

Dabei lotsten sie Spionagewerkzeuge ein und luden Emails und interne EU-Dokumente herunter. Auch deshalb vermuten die Sicherheitsexperten aus den USA und der Europäischen Union, dass die Hackergruppe im Auftrag der chinesischen Regierung arbeitet. Die Regierung in Peking weist diese und ähnliche Vorwürfe allerdings energisch zurück.

Die Sicherheitsexperten sind offenbar von den Fähigkeiten der chinesischen Hacker beeindruckt, denn es gelang ihnen nicht nur in den internen EU-Kreis einzudringen, sondern auch beim amerikanischen regierungsnahen Konzern Halliburton, bei der indischen Inustriegruppe ITC, in ein US-Anwaltsbüro und bei einem kanadischen Staatsanwalt, der sich mit der Ausweisung oder Auslieferung eines chinesischen Bürgers befasste.

Die Europäische Union hat die Berichte zu den Hackerangriffen bisher noch nicht offiziell kommentiert.