Flanderns Industrie halb in ausländischer Hand

Gut die Hälfte der Industrie in Flandern ist in ausländischer Hand, wie eine Studie des flämischen Förderamtes für Unternehmen und Regionale Wirtschaft belegt. Demnach liegen 56 % der Einnahmen, die Flanderns Industrie generiert, bei internationalen Konzernen.
Steigende Produktivität, weniger Arbeitsplätze

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto) hat stets begrüßt, dass sich Multinationals im Bundesland niederlassen, denn dies zeige, so der Landeschef, dass die Region für die internationale Wirtschaft interessant ist.

Allerdings, so musste Peeters am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zugeben, sei dies auch die "Achillesferse“ der Industrie: "Wenn die internationalen Konzerne eines Tages der Ansicht sind, dass Flandern nicht mehr interessant ist, haben wir ein großes Problem.“

Die Produktivität der Industrie in Flandern ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig aber nahm die Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie jährlich um durchschnittlich 2,5 % ab, wobei Flandern im internationalen Trend liegt.

In erster Linie gingen Jobs in der Chemie und im Textilsektor verloren. Nicht zuletzt verlassen einige Bereiche der verarbeitenden Industrie auch Flandern in Richtung Billiglohnländer.