Belgien führt immer mehr Elektrizität ein

Belgien muss in letzter Zeit immer mehr Strom aus dem Ausland einführen. Nach einem Bericht der frankophonen Tageszeitung Le Soir hat unser Land in den ersten sechs Monaten des Jahres so viel Strom importieren müssen, wie in den letzten fünf Jahren nicht mehr.

Mittlerweile, so Le Soir, betrage der Anteil an aus dem Ausland importierter Elektrizität auf rund 10 %, was der Energieversorgung und der Produktion im eigenen Land Probleme beschere. Schon jetzt seien die wenig rentablen Gaszentralen in Belgien teilweise schon abgeschaltet.

Dies alles sein ein beunruhigendes Phänomen und stelle das sichere Funktionieren der Elektrizitätsanlagen in Frage, so Le Soir weiter, zumal die Importe im ersten Halbjahr 2012 um 45 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr angestiegen sind. Zudem verfüge Belgien über die nötigen Ressourcen, um im Bereich Stromversorgung weitgehend unabhängig zu bleiben.

Belgiens Staatssekretär für Energiefragen, der frankophone Zentrumspolitiker Melchior Wathelet (CDH), gab zu erkennen, dass er den Stromproduzenten, die mit Gas arbeiten, eine minimale Rentabilität garantiere, damit die Energieversorgung im Land gesichert sei. Die Stromgewinnung aus Gas ist recht flexibel und günstig, bringt aber eigentlich wenig ein.

Beobachter, wie Samuel Furfani von der Freien Universität Brüssel (ULB), allerdings gehen davon aus, dass die Stromversorgung im Ausland gut funktioniert und sicher ist und demzufolge sei es für Belgien günstiger, dortige Überkapazitäten günstig einzuführen. Der freie Energiemarkt in der Europäischen Union funktioniere also und das müsse für Belgien nicht unbedingt nachteilig sein.