Kein Hafturlaub für Farid "le Fou"

Der Häftling Farid Bamouhammad, auch bekannt als Farid "le Fou" (Farid "der Verrückte") bekommt trotz positiver Beurteilung keinen Hafturlaub. Das hat Justizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) entschieden.

Vor drei Wochen hatte die Gefängnisdirektion von Jamioulx eine positive Beurteilung zum Antrag auf Hafturlaub von Bamouhammad gegeben. "Er war noch nie so ruhig und ist eine andere Person geworden." Der Direktion zufolge plane der Häftling, während seines Urlaubs "wieder Kontakt zu seiner Partnerin  aufzunehmen".

Das Generaldirektorat hat jedoch eine negative Empfehlung ausgeschrieben. "Es gibt zu wenig neue Elemente im Vergleich zu seinem letzten Urlaubsantrag. Und das Treffen zwischen Bamouhammad und seiner Partnerin, dem Psychologen vom Sozialdienst beiwohnen werden, ist erst für September geplant. Es herrscht zu viel Unklarheit, um jetzt schon Hafturlaub zuzuerkennen", lautete der Bescheid. Ministerin Turtelboom folgt nun dieser Empfehlung.

Bamouhammad sitzt im Gefängnis von Andenne bei Namur. Bei einem früheren Hafturlaub 2005 hatte er seine beiden Kinder und einige Familienmitglieder zur Geisel genommen (kleines Foto).

Farid Bamouhammad ist schon seit 2000 im Gefängnis. Er war wegen der Geiselnahme seiner Familie in einem Quick-Restaurant in Drogenbos verhaftet worden. Davor hatte er bereits 5 Jahre wegen Mordes an einem angeblichen Vergewaltiger seiner damaligen Freundin im Gefängnis gesessen. Er wurde 1997 vereurteilt und war ein gutes Jahr später wieder frei gelassen worden weil er - unter Berücksichtigung seiner Untersuchungshaft - schon mehr als ein Drittel seiner Strafe ausgesessen hatte.

2008 wurde er noch einmal zu 9 Jahren Haft verurteilt, weil er 3 Jahre zuvor während seines eintägigen Hafturlaubs unter anderem seine Tochter in einem Appartement über einem Café unweit des Brüsseler Hauptbahnhofs zur Geisel genommen hatte.

Während seiner Haft hat sein aggressives Verhalten schon öfter zu Problemen geführt. So hatten sich die Gefängniswärter von Tournai geweigert, "Farid le Fou" weiter Essen zu bringen. Im Juli streikte das Personal im Gefängnis von Löwen, um eine Verlegung des Mannes zu erzwingen. Insgesamt wechselte der Mann schon über 60 Mal das Gefängnis.