Anzeige gegen Sprecher von Sharia4Belgium

Das Institut für die Gleichstellung von Frauen und Männern hat bei der Staatsanwaltschaft von Antwerpen Anzeige gegen den Sprecher der radikalen Moslemorganisation Sharia4Belgium erstattet. Der Grund ist eine Videobotschaft auf Youtube, in der der Sprecher der Bewegung die Autorin der Reportage "Femme de la rue" als "Prostituierte" bezeichnet. Das hat das Institut am Freitag bekannt gegeben.

Eine belgische Studentin, die sich für ihr Studium in Brüssel niedergelassen hat, verurteilt in ihrer Dokumentation „Belästigungen auf der Straße“, bei der die Frauen die Opfer sind.

Als Reaktion darauf hat Abu Haniefa ein Video auf Youtube gesetzt, in dem er die Studentin unter anderem als „Prostituierte“ bezeichnet.

Das Institut für die Gleichstellung von Frauen und Männern ist der Meinung, dass "die Äußerungen des Sprechers von Sharia4Belgium am 03/08/2012 zu Diskriminierung, Hass, Gewalt und Apartheid gegen eine Gruppe, nämlich die Frauen aufrufen." Dem Institut zufolge seien die Äußerungen, außer dass sie zum Hass gegen Frauen aufrufen, auch noch „mit schweren sexistischen Stereotypen versehen“.

Beim Institut gingen in den vergangenen Tagen verschiedene Beschwerden gegen die Botschaft des Sprechers von Sharia4Belgium ein. Auch das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung sowie die Meldestellen für Diskriminierung übermittelten dem Institut Beschwerden.

"Die Zunahme der Beschwerden in den vergangenen Tagen, die sowohl beim Institut als auch auf sozialen Netzwerken eingingen, zeigt, dass unsere Gesellschaft derartige Äußerungen und Taten, die von der Überlegenheit eines Geschlechts über das andere ausgehen, scharf verurteilt", betont Michel Pasteel, der Direktor des Instituts für die Gleichstellung von Männern und Frauen.