Europa überprüft Sicherheit Atommeiler

Am kommenden Donnerstag, 16. August, werden sich in Brüssel Vertreter der Atomaufsichsbehörden mehrerer EU-Länder treffen, um über die Sicherheit der Atomkraftwerke zu beraten. Das Treffen wurde angesetzt, nachdem bei einer Inspektion in Doel 3 möglicherweise feine Risse in einem Reaktorkessel festgestellt wurden.

Belgien hat die anderen EU-Mitgliedstaaten über mögliche Probleme mit Reaktorkesseln in zwei Atomkraftwerken (Doel 3 und Tihange 2) unterrichtet. Gleichzeitig haben die belgischen Behörden die anderen Mitgliedstaaten gebeten, über Reaktoren, die ähnliche Probleme aufweisen könnten, informiert zu werden. Das hat ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag gesagt.

Doel 3 ist seit Anfang Juni wegen Unterhaltsarbeiten abgeschaltet. Dabei wurden Probleme mit dem Reaktorkessel festgestellt. Dieser weist kleine Risse auf. Auch bei Tihange 2 besteht dieses Risiko. Die Probleme sind offenbar auf Reaktorbehälter zurückzuführen, die von einer niederländischen Firma in Rotterdam hergestellt wurden. Das Unternehmen besteht inzwischen nicht mehr. Die Firma hatte weltweit 21 dieser Reaktorkessel vertrieben.

"Die belgischen Behörden haben die anderen Mitgliedstaaten über ihre Vermutung möglicher Probleme in zwei von ihren sieben Reaktoren unterrichtet. Probleme gibt es also nicht in allen Reaktoren. Die Belgier wollen im Gegenzug auch wissen, ob es Reaktoren mit ähnlichen Problemen in ihren Ländern gebe", so die Kommission.

An der Zusammenkunft am Donnerstag nehmen Behörden aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien teil. Diese Länder besitzen Atommeiler, deren Reaktorbehälter möglicherweise ähnliche Mängel wie die Reaktoren in Belgien aufweisen könnten.

Inzwischen müsse laut der Kommission auch abgewartet werden, bis es mehr Klarheit über die möglichen Probleme in den beiden belgischen Reaktoren gebe. Erwartet wird, dass die  belgische Atomaufsichtsbehörde (FANC) Ende August einen ausführlichen Bericht vorlegt.