500.000 € Entschädigung nach Zugunfall

Drei Monate nach dem Zusammenstoß von zwei Güterzügen in Godinne in der Provinz Namür hat Infrabel, der Netzbetreiber der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, Bewohnern der damals evakuierten umliegenden Häuser fast eine halbe Million € Entschädigung ausgezahlt.

Dieser Betrag wird mit Sicherheit noch weiter steigen, denn noch sind nicht alle Anträge bearbeitet worden. Ein Sprecher von Infrabel gab an, dass bis jetzt fast 1.000 Anwohner nach dem Bahnunfall jeweils eine Entschädigungsprämie über 500 € erhalten haben.

Nach dem Unfall hatten die Bahn und die Provinzbehörden einen Sicherheitsperimeter rund um den Ort des Geschehens eingerichtet und alle Bewohner der Häuser innerhalb dieses Kreises wurden evakuiert und durften erst fünf Tage später wieder nach Hause gehen. Der Grund war die Tatsache, dass in den beiden Unfallzügen Tankwaggons eingereiht waren, die chemische Produkte transportierten. Einige dieser Waggons waren bei dem Unfall entgleist und beschädigt worden.

Neben den "normalen“ Entschädigungsdossiers müssen aber auch noch einige andere Akten geregelt werden. Einige der Betroffenen hatten die Ersetzung von reell verursachten Kosten geltend gemacht, wie Hotel- und Essenskosten oder zusätzlich verbrauchten Treibstoff. Zudem müssen noch rund 30 Geschäftsleute und Selbständige ihre entgangenen Einnahmen auflisten und ihre Verluste bestimmen, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Bei dem Unfall wurden zwei Lokführer leicht verletzt und mehrere Fahrzeuge wurden vollständig zerstört und mussten teils vor Ort noch verschrottet werden. Chemische Stoffe, die aus einem verunglückten Tankwagen ausgelaufen waren, haben keine Bodenverunreinigungen hinterlassen, wie die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit am Freitag meldete. Die Unfallursache ist bisher noch nicht geklärt. Ob die Signale an diesem eingleisigen Abschnitt funktioniert haben oder nicht, wird derzeit noch ermittelt.