Notenbankchef erwartet kaum Besserung

Luc Coene, der Gouverneur der belgischen Nationalbank, erwartet, dass sich die Wirtschaft in unserem Lande von der Krise nicht so schnell erholen wird, wie gewünscht. Er glaubt eher an eine leichte Rezession. Zudem reißt Dexia wohl ein Loch in die Staatskasse.

Belgiens Notenbankchef Luc Coene (Foto) glaubt nicht daran, dass sich Belgien so leicht und so schnell von der aktuellen Krise erholen kann, wie sich das die Politik wünscht. Coene rechnet sogar mit einer leichten Rezession für das laufende Jahr 2012. Das könnte glimpflich mit einer Nullrunde ablaufen, doch auch ein leichter Rückgang ist nicht auszuschließen.

Deutliches Indiz ist dabei für den Leiter der belgischen Nationalbank die recht hohe und weiter steigende Zahl der Firmenkonkurse im belgischen Bundesland Flandern - bisher der Wirtschaftsmotor von Belgien. Von einem Wirtschaftswachstum geht Coene nicht aus, auch wenn die Bundesregierung ein solches fest eingeplant hat. Damit ist auch die von der EU zugelassene Schuldenrate von einem Minus von höchstens 3 % des Brutto-Inlandsproduktes in Gefahr.

Weiteres Ungemach droht der belgischen Staatskasse nach Ansicht des Notenbankchefs auch von der Dexia-Restbank. Diese so genannte "bad bank“ brauche wohl noch in diesem Jahr eine Kapitalspritze, so Coene und diese könnte im laufenden Haushaltsjahr 2012 ein Loch von bis zu zusätzlichen 10 Milliarden € in die Staatskasse reißen.

Wo diese Milliarden herkommen sollen, ist unklar, denn schon jetzt bürgt der belgische Staat für einen Großteil der Garantien, während die beiden anderen beteiligten Länder, Frankreich und Luxemburg in dieser Frage eher glimpflich davonkommen.